
Kapitän Luka Baumgart überzeugte im Spiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau mit starker Defensive inklusive vier Blocks. | Foto: Norman Gunkel
Nicht einmal 100 Kilometer, genauer gesagt 96 Kilometer, trennen die MBS Arena in Potsdam von der Anhalt-Arena in Dessau. Somit steht am Freitag für den Dessau-Roßlauer HV die kürzeste Auswärtsreise der Saison auf dem Programm. Um 19:00 Uhr treffen die Biber in der brandenburgischen Landeshauptstadt auf die Adler aus Potsdam. Geleitet wird die Partie des 19. Spieltags vom Schiedsrichtergespann Matthias Klinke und Sebastian Klinke.
Wenn sich die Biber am Freitagnachmittag auf den Weg zum Derby nach Potsdam machen, werden nur wenig später auch fast 150 Anhänger der Blau-Weißen sich aufmachen, um ihr Team lautstark zu unterstützen. Ein Teil davon reist nachhaltig mit der Deutschen Bahn an und wird pünktlich zum Anwurf im DRHV-Fanblock erwartet – schließlich ist auf die Bahn ja Verlass.
Die Gastgeber aus Potsdam, die in der vergangenen Saison noch eine Liga höher spielten, zählen aktuell zu den heißesten Teams der 2. Handball-Bundesliga – und das völlig zurecht.
Zuletzt überzeugten die Adler beim HBW Balingen-Weilstetten und entführten beide Punkte aus Baden-Württemberg. Mittlerweile ist das Team von Cheftrainer Emir Kurtagić seit neun Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage datiert aus dem Oktober, als man sich Ende des Monats den Ferndorfer Freunden mit 23:30 geschlagen geben musste. Dank dieser beeindruckenden Serie haben sich die Potsdamer wieder voll ins Aufstiegsrennen gespielt und rangieren mit 27:9 Punkten nur einen Zähler hinter dem HC Elbflorenz Dresden auf Platz drei – punktgleich mit der HSG Nordhorn-Lingen. Ob die Potsdamer diesen Trend im weiteren Saisonverlauf beibehalten können, bleibt jedoch abzuwarten. Mit Marco Mengon verabschiedete sich am Mittwoch der offensiv stärkste Spieler der Adler in Richtung Stuttgart. Der Rückraumspieler steuerte bislang 84 Tore und 52 Assists bei und war damit die zentrale Säule im Angriffsspiel der Brandenburger.
Gegen Balingen überzeugte einmal mehr die stabile Defensive der Adler. In den letzten fünf Spielminuten ließ man keinen Gegentreffer mehr zu und legte damit den Grundstein für den knappen 28:27-Erfolg. Insgesamt sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: In den vergangenen drei Spielen kassierten die Potsdamer im Schnitt lediglich 25,3 Gegentore – ein starker Wert, wenn man bedenkt, dass man über die gesamte Saison hinweg nach 18 Spielen durchschnittlich 29,2 Gegentreffer hinnehmen musste. Diese Entwicklung hat auch DRHV-Coach Vanja Radić mitbekommen, der gleichzeitig die Arbeit seines Trainerkollegen Emir Kurtagić lobt: „Er investiert kontinuierlich viel Energie und Know-how, um jeden einzelnen Spieler besser zu machen. Besonders beeindruckt mich die Art und Weise, wie Potsdam in der Defensive agiert. Sie sind sehr zweikampfstark, helfen frühzeitig aus und treten als geschlossene Einheit auf. Das hat definitiv Qualität.“
Kompakte Defensive als Schlüssel zum Erfolg?
Auch die Biber konnten zuletzt zum Rückrundenstart gegen den VfL Lübeck-Schwartau überzeugen. Wie die Potsdamer ließen sie in den letzten fünf Spielminuten keinen Gegentreffer mehr zu und feierten am Ende einen verdienten 34:29-Heimsieg. Insgesamt kassierte der DRHV im zweiten Durchgang lediglich elf Gegentore – ein weiterer Beleg für die starke mannschaftliche Defensivleistung inklusive Torhüter Philip Ambrosius. Auch in Potsdam wird es entscheidend darauf ankommen, in der Abwehr kompakt zu stehen, um sich die Chance auf Zählbares offen zu halten. „Ohne eine starke Abwehr ist es immer schwer, Spiele zu gewinnen. Wir wollen auch in Potsdam defensiv stabil stehen, über unser Tempospiel zu einfachen Toren kommen und die Schwachstellen des Gegners gezielt angreifen“, so Cheftrainer Vanja Radić.
Für Radić und sein Team sind Duelle mit den Top-Teams der Liga zudem immer besonders reizvoll. „Als Mannschaft wollen wir uns stetig weiterentwickeln und am liebsten jeden Gegner schlagen. Wir möchten sehen, wie weit wir als Team bereits gekommen sind und ob sich die investierte Arbeit ausgezahlt hat. Das lässt sich am besten beurteilen, wenn man sich mit den Spitzenteams der Liga misst – und Potsdam zählt zweifellos dazu.“
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DIE LETZTEN DUELLE
Dessau-Roßlauer HV – 1. VfL Potsdam 25:24 (06.09.2025)
1. VfL Potsdam – Dessau-Roßlauer HV 28:24 (16.02.2024)
ÜBERTRAGUNG
Live-Stream: Das Spiel wird ab 19:00 Uhr auf DYN übertragen
Live-Ticker: Live-Ticker 2. Handball-Bundesliga






