
Defensiv hatten die Biber alle Hände voll zu tun, wussten dabei aber durchaus zu überzeugen. | Foto: Oliver Krato
Nach zuvor zwei Siegen in Serie musste sich der DRHV auswärts beim TuS N-Lübbecke mit 24:27 (8:12) geschlagen geben. In einer von beiden Defensivreihen geprägten Partie hatte der Gastgeber am Ende verdient die Nase vorn. Ein starker Rückhalt war DRHV-Torhüter Janik Patzwaldt, der den Vorzug vor Philip Ambrosius erhielt und mit 15 Paraden überzeugte. Offensiv setzte vor allem Yannick-Marcos Pust Akzente – der mit fünf Treffern bester Torschütze der Biber war.
Mit Tim Hertzfeld und David Mišových kehrten gleich zwei Spieler in den DRHV-Kader zurück, die die letzten Wochen fehlten. Auch Yannick Danneberg war ursprünglich für die Auswärtsfahrt nach Lübbecke eingeplant, musste jedoch krankheitsbedingt in Dessau bleiben.
Vor gut gefüllten Rängen in der Merkur Arena entwickelte sich zunächst eine zähe Anfangsphase. Im Fokus standen die beiden Torhüter, die gleich mehrfach stark parierten und den Angriffsreihen früh den Rhythmus nahmen. Erst nach einigen Minuten nahm die Partie offensiv Fahrt auf: Yannick-Marcos Pust verkürzte in der siebten Minute auf 2:3. Kurz darauf bot sich die Chance zum Ausgleich, doch Fynn Gonschor scheiterte an TuS-Keeper Genz. Besser machte es wenig später Valentin Neagu, der nach feinem Zuspiel von Fritz-Leon Haake zum 3:3 einnetzte.
Bis zur Mitte der ersten Halbzeit prägten weiterhin die Defensivreihen und Torhüter das Geschehen. Im Angriff fehlte es beiden Teams an Präzision, insbesondere die Biber taten sich schwer, ihre Chancen zu nutzen. Cheftrainer Vanja Radić zog in der 15. Minute die Konsequenzen und nahm die erste Auszeit, um nachzujustieren. Zwar verkürzte Mika Schüler per Siebenmeter zwischenzeitlich wieder auf zwei Tore, doch insgesamt blieb die Offensive zu fehleranfällig. Nach 20 Minuten standen lediglich sechs Treffer auf der Anzeigetafel – der DRHV lag mit 6:9 zurück.
In der Folge setzte sich der TuS weiter ab. Neben der Abschlussschwäche häuften sich nun auch technische Fehler im Spiel der Gäste, die die Gastgeber konsequent ausnutzten. Nach einem Treffer von Yannick Dräger wuchs der Rückstand der Biber auf 6:11 an (22. Minute). Bis zur Pause blieb es bei einer insgesamt zu harmlosen Angriffsleistung der Dessau-Roßlauer. Dass der Rückstand zur Halbzeit mit 8:12 noch im Rahmen blieb, war vor allem einer stabilen Defensive sowie einem stark aufgelegten Janik Patzwaldt im Tor zu verdanken, der elf Würfe parierte bei einer starken Quote von 50%.
Defensive bestimmt weiterhin das Geschehen
Mit Beginn der zweiten Halbzeit war die Marschroute somit klar: Die Biber mussten schnell den Anschluss herstellen. Doch genau das gelang zunächst nicht. Weiterhin ließ man beste Gelegenheiten liegen und fand im starken TuS-Keeper Genz immer wieder seinen Meister. Auf der anderen Seite nutzten die Gastgeber ihre Chancen konsequenter – Tim Roman Wieling erhöhte in der 40. Minute die TuS-Führung auf 17:10.
Erst nach einer Auszeit von Cheftrainer Vanja Radić fanden die Biber offensiv besser in die Spur. Ein 3:0-Lauf brachte den DRHV zurück ins Spiel, in der 43. Minute war man plötzlich wieder bis auf vier Tore dran. Unter den rund 20 mitgereisten Fans keimte neue Hoffnung auf. Doch diese erhielt nur wenig später einen herben Dämpfer: In doppelter Unterzahl geriet der DRHV erneut ins Hintertreffen und lag wieder mit sechs Toren zurück.
Mit diesem Rückstand ging es in die Schlussphase. In den letzten zehn Minuten setzten die Dessau-Roßlauer auf eine offensive Variante mit vier Rückraumspielern und ohne Kreisläufer – ein taktisches Mittel, das im Saisonverlauf bereits häufiger zum Einsatz kam. Doch lange durfte man dieser Formation nicht treu bleiben, weil der TuS innerhalb kürzester Zeit gleich drei Zeitstrafen kassierte. Die Chance zur Aufholjagd war somit da: Die Biber verkürzten noch einmal auf vier Treffer.
Mehr sollte jedoch nicht gelingen. Die Hypothek aus den vorherigen 50 Minuten wog zu schwer, um noch einmal ernsthaft in Schlagdistanz zu kommen. Trotz kämpferischer Schlussphase musste sich der DRHV am Ende dem TuS N-Lübbecke mit 24:27 geschlagen geben.
„Wir haben im Grunde gute Lösungen im Angriff gefunden, es aber nicht geschafft, unsere Chancen aus der Breite – also von außen – zu nutzen. Dadurch konnten wir die gegnerische Abwehr nicht auseinanderziehen und haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Defensiv haben wir hingegen eine starke Leistung gezeigt, waren bis zur letzten Sekunde mental präsent und haben um jeden Ball gekämpft. Das zeichnet die Mannschaft aus und macht mich stolz. Dennoch ist es uns in der zweiten Halbzeit nicht gelungen, das Spiel zu unseren Gunsten zu drehen. Am Ende verlieren wir verdient.“
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SPIELDATEN
TuS N-Lübbecke – DRHV 06 27:24 (12:8)
DRHV 06: Philip Ambrosius, Janik Patzwaldt (15 Paraden) – Fritz-Leon Haake (2), Carl-Phillip Haake (1), Yannick-Marcos Pust (5), Valentin Neagu (3), Mika Schüler (4/2), Marcel Nowak (4), Jakub Powarzyński (4), Fynn Gonschor (1), David Mišových, Tim Hertzfeld
Schiedsrichter: Paul Kijowsky / Lukas Strüder
Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Carl-Phillip Haake 2, Jakub Powarzyński 2, Valentin Neagu 4)
Siebenmeter: TuS N-Lübbecke: 2/3 – DRHV 06: 2/2
Zuschauer: 1501 (Merkur Arena, Lübbecke)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06






