
In der Defensive überzeugten die Biber auch gegen die Eulen – jedoch führte die Chancenverwertung im Angriff am Ende zur Niederlage. | Foto: Norman Gunkel
Der Dessau-Roßlauer HV konnte auch das dritte Spiel innerhalb von sieben Tagen nicht für sich entscheiden. Im Heimspiel unterlag das Team von Vanja Radić den Eulen Ludwigshafen mit 27:30 (12:14) und blieb damit in der englischen Woche ohne Punktgewinn. Die Entscheidung fiel Mitte der zweiten Halbzeit, als es den Gästen gelang, sich auf drei Tore abzusetzen. Diesem Rückstand liefen die Biber in der Folge hinterher und bissen sich trotz vorhandener Möglichkeiten die Zähne daran aus, die Partie noch einmal zu drehen. Insbesondere die Chancenverwertung über die gesamte Spielzeit hinweg verhinderte letztlich ein besseres Ergebnis. Bester Torschütze auf Seiten des DRHV war Yannick-Marcos Pust mit sechs Treffern.
Der DRHV, erneut mit nur zwölf Spielern im Kader, startete gut in die Partie. Yannick-Marcos Pust brachte sein Team in der sechsten Spielminute mit 3:1 in Führung. Die Eulen Ludwigshafen blieben jedoch dran und glichen in der zehnten Minute durch Marc-Robin Eisel zum 3:3 aus.
Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe – mit leichten Vorteilen mal für die Biber, mal für die Eulen. Meist legte der DRHV vor, konnte sich jedoch nicht absetzen. Beim Stand von 9:9 bog die Partie in die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit ein.
Kritisch wurde es in der 22. Spielminute: Beim Stand von 10:9 kassierten die Biber gleich drei Zeitstrafen innerhalb einer Minute und mussten kurzzeitig nur zu dritt in der Defensive agieren. Diese Phase nutzten die Gäste konsequent, erzielten zwei Treffer und drehten die Partie. Zwar gelang dem DRHV in der 28. Minute durch Valentin Neagu noch der 12:12-Ausgleich, doch anschließend kassierte man zwei weitere Gegentreffer und ließ im Angriff gute Möglichkeiten ungenutzt. So ging es mit einem 12:14-Rückstand in die Kabine.
Chancenverwertung kostet besseres Ergebnis
Die Biber waren im zweiten Durchgang gefordert, den knappen Rückstand aufzuholen – und das gelang früh. Marcel Nowak traf in der 32. Minute zum 14:14-Ausgleich für den Dessau-Roßlauer HV. Doch anschließend übernahmen erneut die Eulen aus der Partnerstadt Ludwigshafen die Kontrolle und drückten der Partie ihren Stempel auf. Zunächst blieb der DRHV in Schlagdistanz. Torhüter Philip Ambrosius hielt, was zu halten war – am Ende standen beeindruckende 21 Paraden für ihn zu Buche. Dennoch hatte er in einer entscheidenden Szene auch Pech: Zunächst lenkte er einen Wurf an die Hallendecke, parierte im Anschluss einen weiteren Versuch ins Seitenaus, und kassierte im dritten Anlauf desselben Angriffs dennoch das Gegentor. Lars Röller traf zur 20:19-Führung für die Eulen Ludwigshafen. In der Folge setzten sich die Gäste weiter ab und bauten ihren Vorsprung auf drei, zwischenzeitlich sogar auf vier Tore aus.
Fünf Minuten vor dem Ende erzielte Kreisläufer Frederic Stüber die 26:22-Führung für die Eulen. Das Spiel schien entschieden, doch die Biber stemmten sich mit großem Einsatz gegen die drohende Niederlage, deckten offensiv und verkürzten noch einmal. David Mišových traf in der 59. Minute zum 26:28. Sogar die Chance auf den Anschlusstreffer war da, doch eine Minute vor Schluss scheiterte man am Ludwigshafener Keeper. So musste man sich am Ende trotz kämpferischer Leistung mit 27:30 geschlagen geben und beendet eine kräftezerrende englische Woche ohne Punktgewinn.
„Das war ein guter Fight von beiden Mannschaften. Für uns war es natürlich etwas härter, weil es das dritte Spiel in sechs Tagen war. Im Innenblock hatten wir – wie zuletzt in Nordhorn – nur wenige Wechselmöglichkeiten, das hat uns gefehlt. In der Abwehr haben wir es dennoch gut gemacht, vor allem in der ersten Halbzeit waren wir auf den Punkt, kamen gut ins Tempospiel und haben unsere Angriffe ordentlich ausgespielt. Aber wir scheitern zu oft an Žiga Urbič. Ich glaube, wir haben 22 Bälle verworfen, davon waren vielleicht ohne zu übertreiben 18 oder 20 aus sechs Metern. Das kann ich nur der Müdigkeit zuschreiben, denn in allen anderen Aspekten des Spiels haben wir es gut gelöst. Am Ende tut es richtig weh, weil wir natürlich nicht mit 0:6 Punkten aus der englischen Woche gehen wollten. Die ist richtig hart. Daraus können und müssen wir viel lernen. Wie fokussiert und engagiert die Jungs waren, war schön zu sehen – darauf bin ich stolz. Jetzt haben wir zwei Tage frei, Mund abputzen, analysieren kurz und dann geht der Blick wieder nach vorn“, so die Analyse von DRHV-Cheftrainer Vanja Radić.
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SPIELDATEN
DRHV 06 – Eulen Ludwigshafen 27:30 (12:14)
DRHV 06: Philip Ambrosius (21 Paraden), Janik Patzwaldt – Yannick-Marcos Pust (6), Mika Schüler (5/3), Valentin Neagu (5), David Mišových (3/2), Fritz-Leon Haake (2), Marcel Nowak (2), Fynn Gonschor (1), Carl-Phillip Haake (1), Julius Drachau (1), Jakub Powarzyński (1)
Schiedsrichter: Nils Blümel / Jens Vortmann
Zeitstrafen: 10:6 Minuten (Fynn Gonschor 2, Julius Drachau 2, Valentin Neagu 2, Marcel Nowak 2, Jakub Powarzyński 2)
Siebenmeter: DRHV 06: 5/8 – Eulen Ludwigshafen: 0/3
Zuschauer: 1312 (Anhalt-Arena, Dessau)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06
Pressekonferenz: YouTube-Kanal DRHV 06






