
Yannick Danneberg kehrte nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder in den DRHV-Kader zurück. | Foto: Thomas Schips
Kämpferisch bis zum Schluss und alles gegeben, was möglich war: Über weite Strecken agierten die Biber beim Aufstiegskandidaten HBW Balingen-Weilstetten auf Augenhöhe. Trotz stark dezimierten Kaders hielt das Team bis zur 52. Spielminute mehr als achtbar dagegen, musste sich am Ende jedoch mit 30:36 (16:19) geschlagen geben. Beste Torschützen auf Seiten des DRHV waren Fritz-Leon Haake und Jakub Powarzyński mit jeweils sechs Treffern.
Auch beim zweiten Topspiel der Biber in Folge war das Trainergespann Radić/Braun bereits in der direkten Vorbereitung besonders gefordert und mussten sich so einige Gedanken über die Aufstellung und das Spielsystem machen. Neben den beiden Langzeitverletzten David Mišových und Marcel Nowak fehlten in Balingen krankheitsbedingt Valentin Neagu, Julius Drachau und Niklas Döbbel. Damit reiste der DRHV mit lediglich neun Feldspielern und zwei Torhütern zum Tabellenzweiten. Linksaußen Carl-Phillip Haake, startete somit auf der für ihn ungewohnten Position im rechten Rückraum in die Partie.
Die Gastgeber, nahezu in Bestbesetzung, erwischten den besseren Start und setzten sich früh auf 5:2 ab. Doch die Biber hielten dagegen. Zwei schnelle Treffer über das Tempospiel brachten den DRHV wieder heran, ehe Yannick-Marcos Pust in der siebten Minute auf 5:4 verkürzte. Kurz darauf stellte Fritz-Leon Haake mit dem 5:5 den Ausgleich her. In der Folge legten die Gastgeber zwar immer wieder vor, doch der DRHV blieb dran und glich mehrfach aus. Vor allem Fritz-Leon Haake und Jakub Powarzyński fanden immer wieder Lücken in der gegnerischen Abwehr.
Bis zur 20. Spielminute entwickelte sich so eine ausgeglichene Partie. In Unterzahl musste der DRHV dann den Treffer zum 11:13-Rückstand hinnehmen, den Yannick Danneberg wenig später per Siebenmeter wieder verkürzte. Anschließend nutzten der HBW die Fehler der Biber konsequent aus und setzte sich mit hohem Tempo bis zur 23. Minute auf 16:12 ab.
In der Schlussphase des ersten Durchgangs stabilisierte sich das Spiel der Dessau-Roßlauer wieder. Zwei Minuten vor der Halbzeit bot sich sogar die Chance, den Rückstand auf zwei Tore zu verkürzen – diese blieb jedoch ungenutzt. In derselben Szene kassierte Yannick-Marcos Pust unglücklich eine Zeitstrafe. So ging es schließlich mit einem 16:19-Rückstand aus Sicht des DRHV in die Kabine.
Biber kämpfen und sind in der 52. Minute bis auf zwei Tore dran
Umkämpft ging es anschließend in den zweiten Abschnitt. Die Biber hielten den Drei-Tore-Rückstand zunächst konstant, gerieten jedoch erneut in Unterzahl. Dennoch stemmte sich der DRHV weiter mit großer Moral gegen die Gastgeber. Angeführt von einem starken Keeper Philip Ambrosius verkürzte Tim Hertzfeld in der 39. Minute auf 23:21.
Mitte der zweiten Halbzeit setzte sich Balingen nach einem Siebenmetertreffer von Sascha Pfattheicher erstmals wieder etwas deutlicher ab und erhöhte auf 27:23 (45. Minute). Zuvor hatten es die Dessau-Roßlauer verpasst, den Rückstand erneut auf zwei Tore zu verkürzen.
Doch die Biber gaben sich nicht auf, warfen noch einmal alles in die Waagschale und agierten in der Schlussphase mit dem siebten Feldspieler. Fynn Gonschor nutzte diese taktische Variante und brachte sein Team in der 52. Minute wieder bis auf zwei Treffer heran – der DRHV war somit weiter in Schlagdistanz.
In der Crunchtime ließen die Biber jedoch einige aussichtsreiche Chancen im Sieben-gegen-Sechs ungenutzt, um die Partie noch einmal ganz offen zu gestalten. Balingen zeigte sich in diesen Momenten abgezockter, bestrafte zudem die technischen Fehler der Biber konsequent und baute den Vorsprung schließlich bis auf sechs Tore aus.
Am Ende steht aus Dessau-Roßlauer Sicht eine vielleicht etwas zu deutliche 30:36-Niederlage. Angesichts der personellen Situation und des stark dezimierten Kaders hatte der DRHV jedoch über weite Strecken gut dagegengehalten und war bis in die Schlussminuten hinein stets auf zwei bis drei Tore dran.
DRHV-Cheftrainer Vanja Radić zeigte sich nach dem Spiel trotz der Niederlage zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Wir haben sowohl in der Abwehr als auch im Angriff auf einem sehr hohen Level agiert. In der ersten Halbzeit hatten wir eine kurze Phase, in der wir Balingen etwas wegziehen lassen, und schaffen es anschließend nicht mehr, den Drei-Tore-Rückstand auszugleichen. Ansonsten haben wir über weite Strecken auf Augenhöhe gespielt. Dafür, dass einige Spieler gefehlt haben und andere angeschlagen im Kader standen, haben wir versucht, die Kräfte gut zu verteilen. Jeder hat sein Bestes gegeben, das war schön zu sehen. Das war der DRHV, so wie wir ihn kennen – kämpfend bis zum Schluss. Dass wir am Ende mit sechs Toren verlieren, lag daran, dass wir in der Schlussphase zwei-, dreimal den Ball verlieren und einfache Gegentore ins leere Tor kassieren. Ich bin sehr stolz auf die Jungs, wie sie die Vorbereitung auf dieses Spiel durchgezogen haben – ohne zu jammern – und wie sie heute top motiviert und komplett professionell in die Partie gegangen sind.“
Anzeige
SPIELDATEN
HBW Balingen-Weilstetten – DRHV 06 36:30 (19:16)
DRHV 06: Philip Ambrosius (9 Paraden), Janik Patzwaldt (2 Paraden) – Fritz-Leon Haake (6), Jakub Powarzyński (6), Yannick-Marcos Pust (5), Tim Hertzfeld (4), Fynn Gonschor (4), Yannick Dannberg (3/1), Mika Schüler (2/1), Carl-Phillip Haake, Luka Baumgart
Schiedsrichter: Julian Fedtke / Niels Wienrich
Zeitstrafen: 2:10 Minuten (Carl-Phillip Haake 2, Jakub Powarzyński 4, Yannick-Marcos Pust 4)
Siebenmeter: HBW Balingen-Weilstetten: 5/5 – DRHV 06: 2/5
Zuschauer: 2305 (Mey Generalbau Arena, Balingen)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06






