
Eine starke zweite Halbzeit reichte nicht aus, um dem Spiel noch eine Wendung zu geben. | Foto: Hannah Hieke
Am Freitagabend um 19 Uhr waren die DRHV-Frauen auswärts beim TSV Niederndodeleben gefordert. Vor voller Halle entwickelte sich von Beginn an eine temporeiche und intensive Partie, in der die Gastgeberinnen früh den Ton angaben. Niederndodeleben erwischte den besseren Start und setzte sich bereits in den ersten Minuten ab. Während Dessau zunächst nur schwer in den Rhythmus fand, nutzte der TSV nahezu jede sich bietende Gelegenheit konsequent. Früh geriet der DRHV mit 1:5 und wenig später mit 2:7 ins Hintertreffen.
In der Anfangsphase fehlte es den Dessauerinnen sowohl in der Abwehr an Zugriff als auch im Angriff an der nötigen Durchschlagskraft. Mehrere vergebene Chancen sowie Ballverluste im Aufbau luden Niederndodeleben immer wieder zu einfachen Toren ein. Vor allem über das schnelle Umschaltspiel und konsequent ausgespielte Angriffe erhöhte der TSV den Druck und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Zwischenzeitlich wuchs der Rückstand auf zehn Tore an, zur Pause lag man bereits mit 8:21 im Hintertreffen.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich jedoch ein völlig anderes Bild. Die DRHV-Frauen kamen mit deutlich mehr Energie aus der Kabine, suchten schneller den Abschluss und setzten Niederndodeleben in der Abwehr stärker unter Druck. Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit verliefen ausgeglichener, ehe Dessau eine kleine Serie starten konnte und Tor um Tor verkürzte. Immer wieder gelang es, Lücken in der Abwehr der Gastgeberinnen zu finden und die Chancen konsequent zu nutzen. Auch in Unterzahlsituationen zeigte sich der DRHV deutlich stabiler als noch vor der Pause. Torhüterin Laura Wolf trug mit mehreren wichtigen Paraden dazu bei, dass die DRHV-Frauen in dieser Phase im Spiel blieben.
Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Niederndodeleben hielt den Vorsprung zwar konstant, konnte den Dessauer Lauf jedoch nicht mehr stoppen. Die DRHV-Frauen entschieden die zweite Halbzeit klar für sich und verkürzten den Rückstand Schritt für Schritt. Besonders in der Schlussphase wurde noch einmal deutlich, wie viel Moral in der Mannschaft steckt: Jeder Treffer wurde hart erarbeitet, jeder Ballgewinn intensiv gefeiert.
In einer letzten Auszeit machte Trainerin Fabienne Welhöner ihrem Team noch einmal deutlich, welches Potenzial in der Mannschaft steckt, und forderte, bis zum Schlusspfiff an die eigene Stärke zu glauben. Die Dessauerinnen setzten diese Vorgaben in den verbleibenden Minuten sichtbar um, spielten mutig nach vorn und ließen sich trotz des weiterhin deutlichen Rückstands nicht hängen. Am Ende stand zwar eine 28:34-Niederlage, doch die zweite Halbzeit ging mit 20:13 klar an den DRHV – ein Beleg für die Leistungssteigerung nach der Pause.
Trotz der Enttäuschung über den Ausgang der Partie kann die Mannschaft aus Dessau vor allem aus der zweiten Halbzeit Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben ziehen. Ein besonderer Dank gilt den mitgereisten Fans, die die DRHV-Frauen auch in der lautstarken Halle von Niederndodeleben unterstützten und bis zum Schlusspfiff hinter dem Team standen.
Spieldaten
TSV Niederndodeleben vs. DRHV 06 34:28 (21:8)
DRHV 06: Laura Wolf (TW) – Luisa Wolf (11/4), Angelique Müller (5), Pauline Kosak (3), Janine Louisa Bender (3), Ann-Christin König (2), Emy Meyer (2), Florina-Alexandra Micu (1), Rika Müller (1), Anne Kunath, Trixie Schönemann, Milla Böhme, Pia Patricia Peschek
Schiedsrichter: Martin Bilski / Danny Trumpf
Zeitstrafen: 6:4 Minuten
Siebenmeter: TSV Niederndodeleben: 2/3 – DRHV 06: 4/4






