
Gleich zu Beginn des neuen Jahres, für das ich jedem einzelnen Fan und jeder einzelnen Fänin nur das Beste und viel Freunde sowie Gesundheit wünsche, melde ich mich mit einer neuen Ausgabe des #Ottcast`s. Wir blickten in der letzten Folge auf einen bevorstehenden goldenen Oktober, mit Heimspielen unter anderem gegen die Freunde vom TuS Ferndorf sowie dem Pokalknaller gegen Champions-League-Sieger SC Magdeburg. Und der Oktober hielt, was er versprach.
Rückblick: Rasselbande vergoldet Oktober und stürmt auf Rang fünf
Mit 6:4 Punkten startete man am 05.10.2025 in das Heimspiel gegen Ferndorf. Das Wochenende mit einer großen und gut angenommenen Vorspieltagsparty in einer bekannten Dessauer Lokalität gestartet, war am darauffolgenden Tag etwas Anspannung im Dessauer Lager spürbar. Der Grund: Die eigene Gruselbilanz gegen die Siegerländer (ein Sieg, neunmal nicht gewonnen), welche bei uns noch nie verloren haben. Auch aufgrund der Tabellensituation ein echt RICHTUNGSWEISENDES Spiel. Und was soll ich sagen? Die ZAB-Mannen kannten nur noch eine Richtung: Immer nach vorn. Immer weiter. Und dieser Zustand hielt sogar bis kurz vor Weihnachten an. Denn in dieser Zeit verlor das Team aus der wunderschönen Bauhausstadt nur noch ein einziges von den folgenden neun Partien.

Historischer Moment: Valentin Neagu jubelt über den ersten Heimsieg gegen den TuS N-Lübbecke in der 2. HBL. | Foto: Norman Gunkel
Nachdem man den Bann gegen die Freunde von der Stählerwiese ungewohnt deutlich durchbrach (27:20), schlug man auch gleich noch Krefeld, Nettelstedt, Oppenweiler, Großwallstadt und Dormagen. Beeindruckend der Heimsieg gegen den damaligen Tabellenführer VfL Eintracht Hagen – eines der besten Saisonspiele des Teams. Zudem teilte man artig die Punkte mit Hüttenberg. Der Lohn: Platz fünf! Nahezu die gesamte Hinserie lang. Die einzige Niederlage zu dieser Zeit kassierte man ausgerechnet bei den bis dato so heimschwachen Essenern, wo man im Sommer im Nachsitzen noch schnell den Klassenerhalt während des eigenen Urlaubes eintüten musste. Die Punkte nun etwa als Dankeschön dagelassen? Nein, natürlich nicht. Unsere jungen Biber stehen voll in der Entwicklung und können einfach noch nicht in jedem Spiel eine maximale Topleistung abrufen. Auch Niederlagen gehören halt zur Entwicklung dazu. Aber wisst ihr, was bis hierhin auffällig ist?
Offensive überzeugt absolut
In nahezu allen erwähnten Spielen, aus denen die BSG ZAB als Sieger hervor ging, erzielte man IMMER zwischen 35 und 41 Tore. Das ist schon eine konsequente Topleistung. Selbst gegen die derzeit weltbeste Vereinsmannschaft vom SC Magdeburg erzielte man sagenhafte 34 Treffer. Das hatte zu diesem Zeitpunkt bis dato noch keine einzige Erstliga-Mannschaft geschafft. Und dabei hat man auch in diesen Spielen noch ein paar hochkarätige Torchancen liegen lassen, was der eine oder andere Fan trotz der Erfolge immer wieder kritisch anmerkte.
Die Gründe für diese Leistungsexplosionen sind vielschichtig. Meiner sachlichen und fachlichen Analyse nach zu urteilen, möchte ich mal den einen oder anderen Erfolgsaspekt hervorheben. Nehmen wir zum Beispiel mal die Haake-Brüder (Eigentlich wollte ich das gar nicht schreiben, damit mitlesende Fremdvereine gar nicht darauf aufmerksam werden…): In den elf Spielen, in denen das Brüderpaar um den damals frisch gebackenen Papa Carl gemeinsam auf der Platte stand, erzielten sie achtmal gemeinschaftlich zwischen sechs und zwölf Tore. Selten „nur“ sechs, oftmals neun Tore oder mehr. Eine absolute Waffe. Und dabei fehlte einer der beiden noch eine ganze Weile (sechs Spiele) zu Saisonbeginn…
Den Ausfällen zum Trotz: Der Star ist die Mannschaft
In den meisten Spielen gab es intern jeweils unterschiedliche Top-Torschützen. Mit Schüler, Danneberg, Nowak, F. Haake, Powarzyński und C. Haake durften sich sechs Spieler an den jeweiligen Spieltagen Toptorschütze nennen. Nur dreimal überhaupt knackte ein Toptorschütze die 10er-Marke. Was im Umkehrschluss jedoch heißt: Die Tore verteilen sich in jedem Spiel auf viele Schultern – was uns für den Gegner nahezu unberechenbar macht. Oftmals haben sich pro Spiel gleich mehrere Spieler fünf-, sechs- oder siebenmal in die Torschützenliste eingetragen.

Marcel Nowak fehlt zum Rückrundenstart verletzungsbedingt. I Foto: Norman Gunkel
Auch schon jahrelange Tradition beim DRHV ist die anhaltende Verletztenmisere. Immer wieder fallen Spieler aus. Gefühlt kam zu Saisonbeginn nach jedem Spiel ein weiterer Spieler dazu, zum Verletztenlazarett. Noch vor Saisonbeginn hatte es ja den eigentlichen Transfercoup Tomislav Jagurinoski so sehr erwischt, dass er am Ende gar kein Pflichtspiel mehr für unseren Verein bestreiten sollte. Inzwischen hat er bei einem neuen Verein in seiner Heimat unterschrieben. Mit Bialas und Döbbel verpflichtete man gleich zweimal nach. Ausgerechnet vor dem Magdeburg-Spiel meldete sich auch Tim Hertzfeld für fünf Spiele ab, der sich zwei Tage zuvor im Leipziger Trikot verletzte – natürlich im Spiel gegen den SCM. Hinzu kam die ohnehin schon langanhaltende Verletzung von Julius Drachau (zehn Spiele verpasst) – gepaart mit der Ausfallzeit von Mika Schüler (acht Spiele). Kaum waren die beiden Männer gegen Oppenweiler wieder zurück, da durfte man dann auf Yannick Danneberg und Marcel Nowack verzichten – leider bis inclusive heute. Während der eine, nach kurzem Comeback-Versuch, sich aktuell wieder herumplagt, hat es den anderen zwar etwas schwerer getroffen, dafür bestehen jedoch leichte Comeback-Hoffnungen im Februar/März. Eigentlich sind die beiden Rückraumschützen fester Bestandteil der ersten Sieben. Doch Jakub Powarzyński und Niklas Döbbel machten ihre Sache in den darauffolgenden Spielen mehr als nur ordentlich.
Ersatzgeschwächt: Der Mannschaft geht die Puste aus
Der Spielplan hat es in der Hinrunde nicht besonders gut gemeint mit uns. Dabei spiele ich nicht auf die fehlenden Fanfahrten mit großem Reisebus aufgrund der „ungünstigen“ Terminierung unserer Auswärtsspiele an. Sondern viel mehr darauf, dass man sich mit den Topteams der Liga auf Platz eins, zwei und drei an den letzten drei Spieltagen des Jahres messen musste. Mit eben äußerst dünner Personaldecke. In Balingen beispielsweise, wo man sehr lange sehr gut mithalten konnte, befanden sich ganze zwei Wechselspieler und ein Torwart auf der Bank wieder. Der Rest war krankheitsbedingt ausgefallen. Schade nur, dass man mit jeder Niederlage an den letzten drei Spieltagen jeweils einen Platz nach unten rutschte in der Tabelle. Im Übrigen war man gegen die Topteams nicht gänzlich chancenlos. Man scheiterte nun aber tatsächlich auch an der eigenen Chancenverwertung.
Und dennoch überzeugte das Team als Einheit auf dem Platz. Zehn Siege und ein Unentschieden aus 17 Spielen ist wohl eine Bilanz, die nahezu jeder Fan (Fänin gibt’s gar nicht) vor Saisonbeginn sofort unterschrieben hätte. 21 Punkte stehen aktuell schon auf der Habenseite. Zirka 28 Punkte dürften zum Klassenerhalt reichen, hat man früher immer gesagt. „Nur“ Platz acht spiegelt den eigentlichen Erfolg dieser erfolgshungrigen Truppe irgendwie nicht so richtig wieder. Bei 15 Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz lege ich mich fest, dass der DRHV mit dem Abstiegskampf auch in dieser Saison überhaupt nichts zutun haben dürfte. Sofern Frank B. nicht aus dem Urlaub anruft…
Große Sommerfeiern geplant: FanClub-Jubiläen stehen an
Was machen die Organisatoren der aktiven FanSzene eigentlich, wenn gar keine Handballspiele anstehen? Richtig. Nicht nur Saison planen, Busse und Karten bestellen, Material auf Vordermann bringen, Choreos malen, Zugfahrten planen, Halle säubern, Fahnen sortieren etc.! Nein, sie organisieren auch die großen Fan-Events wie das Tischtennis- und Dartturnier in Mildensee, die Volleyballturniere der FanClubs oder das ZAB-Sommerfest. In diesem Jahr kommt noch ein MEGA-EVENT dazu:
!!! 15 JAHRE ZABPORTERS DESSAU – und – 10 JAHRE FANCLUB ALTE DESSAUER !!!

2026 ist für die DRHV-Fanszene ein ganz besonderes Jahr. I Foto: Christoph Pabel
Die Planungen laufen auf Hochtouren. Es soll ein ganzes Wochenende gefeiert werden. Datum, Zeit und Ort stehen bisher noch nicht endgültig fest. Die Machbarkeit der Vorhaben und verschiedener Highlights wird aktuell intensiv geprüft. Nehmt Euch also in den Sommerferien nach allzu viel vor. Der Sommer wird ereignisreich – auch ohne Relegation.






