
Bereits 27 Siebenmeter hat Philip Ambrosius in dieser Saison entschärft – absoluter Topwert der Liga. Auch in Hagen parierte er drei Strafwürfe. | Foto: Sebastian Wittenberg
Wenn man doppelt so viele Fehler produziert wie der Gegner, wird es schwer, ein Spiel zu gewinnen – diese bittere Erfahrung mussten die Biber bei der 31:35-Niederlage in Hagen machen. Über weite Strecken präsentierte sich der DRHV keineswegs schlecht in der Ischelandhalle, doch immer dann, wenn sich ein Lauf andeutete, brachte man sich durch eigene Unzulänglichkeiten selbst aus dem Rhythmus. Trotz der Niederlage gab es auch Lichtblicke: Yannick Danneberg war mit neun Treffern der auffälligste Akteur im Angriff, während Torhüter Philip Ambrosius mit starken Paraden, darunter drei gehaltene Siebenmeter, überzeugte.
Top motiviert und zweikampfstark – vor allem in der Defensive – starteten die Biber in die Partie und unterbanden zunächst erfolgreich die Hagener Angriffsbemühungen. Die Gastgeber kamen in den Anfangsminuten lediglich per Siebenmeter und über einen Tempogegenstoß zum Erfolg. Nach acht Minuten führte der DRHV folgerichtig mit 3:2, Mika Schüler hatte da bereits doppelt getroffen.
Mit der ersten Zeitstrafe gegen die Dessau-Roßlauer kippte jedoch das Momentum. Hagen nutzte die Überzahl, glich aus und ging beim 5:4 wieder selbst in Führung. Der DRHV blieb zunächst dran und stellte wieder auf Gleichstand. Ein starker Rückhalt war dabei Torhüter Philip Ambrosius, der in der Anfangsviertelstunde gleich zwei Siebenmeter entschärfte.
In der Folge profitierte Hagen jedoch von weiteren Zeitstrafen gegen die Biber sowie von zwei Ballverlusten in Serie und setzte sich durch Pouya Norouzinezhad in der 15. Minute auf 9:6 ab. Diesem Rückstand lief der DRHV anschließend hinterher – auch, weil man im Angriff zu viele gute Möglichkeiten liegen ließ.
Dennoch kämpften sich die Biber zurück und waren beim 13:12 (23. Minute) wieder in Schlagdistanz. Eine weitere Zeitstrafe – bereits die vierte gegen den DRHV – stoppte den aufkommenden Lauf. Hagen nutzte die Situation, zog erneut auf drei Tore davon und nahm diesen mit dem 18:15-Halbzeitstand in die Kabine.
DRHV mit guten Phasen, aber zu vielen Fehlern
Die Biber waren bemüht, den Rückstand nach der Pause schnell zu verkürzen. Defensiv agierte man über weite Strecken stabil, dennoch fanden die Gastgeber immer wieder Lücken und kamen zu ihren Treffern. Offensiv versuchte der DRHV mit verschiedenen Varianten, die Hagener Abwehr zu knacken – phasenweise mit Erfolg, jedoch ohne den entscheidenden Ertrag.
Mitte der zweiten Halbzeit traf Pierre Busch zum 25:22 für Hagen, kurz darauf bauten die Gastgeber ihren Vorsprung auf fünf Tore aus. Der VfL agierte nun zielstrebiger und leistete sich weniger Fehler als die Dessau-Roßlauer, die sich für ihren Aufwand nicht belohnten und weiter fehleranfällig agierten.
In der 52. Minute keimte dennoch kurz Hoffnung auf, als Yannick Danneberg beim 29:27 auf zwei Tore verkürzte. Die Partie schien noch einmal Fahrt aufzunehmen, doch erneut hatten die Gastgeber die besseren Antworten. In der Schlussphase unterliefen den Bibern gleich zwei vermeidbare technische Fehler, die Hagen konsequent bestrafte und den Vorsprung auf sechs Tore ausbaute. Spätestens beim 35:29 zwei Minuten vor Spielende war damit die Entscheidung gefallen.
Am Ende musste sich der DRHV mit 31:35 geschlagen geben – eine Niederlage, die durchaus vermeidbar war.
„Positiv war, dass neben Marcel heute auch Yannick, Jakub und Carl-Phillip wieder mehr Verantwortung übernommen und sich ins Spiel eingebracht haben. Die erste Halbzeit haben wir allerdings ein Stück weit verschlafen – vor allem in der Abwehr haben wir zu wenige gute Zweikämpfe geführt. Zudem mussten wir zu häufig in Unterzahl agieren, was es gegen einen solchen Gegner natürlich schwer macht. In der zweiten Halbzeit hat uns dann phasenweise die taktische Disziplin gefehlt, insbesondere in der Defensive, wo wir nicht immer ruhig und geduldig geblieben sind.“
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SPIELDATEN
VfL Eintracht Hagen – DRHV 06 35:31 (18:15)
DRHV 06: Philip Ambrosius (11 Paraden I 1 Tor), Janik Patzwaldt (3 Paraden) – Yannick Danneberg (9/3), Marcel Nowak (5), Mika Schüler (3/1), Carl-Phillip Haake (3), Valentin Neagu (3), Jakub Powarzyński (3), Yannick-Marcos Pust (2), Fritz-Leon Haake (1), David Mišových (1/1), Tim Hertzfeld, Fynn Gonschor, Luka Baumgart, Niklas Döbbel
Schiedsrichter: Matthias Klinke / Sebastian Klinke
Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Fritz-Leon Haake 2, Valentin Neagu 2, Marcel Nowak 2, Mika Schüler 2)
Siebenmeter: VfL Eintracht Hagen: 3/7 – DRHV 06: 5/7
Zuschauer: 1327 (Ischelandhalle, Hagen)






