
Ratlose Gesichter beim DRHV nach der deutlichen Niederlage beim TSV Bayer Dormagen. | Foto: Heinz Zaunbrecher
Man hatte sich viel vorgenommen – am Ende wurde jedoch nichts daraus. Defensiv bekam der DRHV keinen Zugriff auf die variablen Angriffe des TSV. Offensiv zeigte man sich zwar mit einer Wurfquote von 71 Prozent durchaus effektiv, machte sich durch zu viele technische Fehler jedoch immer wieder selbst das Leben schwer. Bereits zur Pause lagen die Biber deutlich mit 15:23 zurück und fanden auch im zweiten Durchgang kein Mittel, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. So stand am Ende eine klare 35:42-Niederlage zu Buche – und damit bereits das zweite Spiel in Folge, in dem der DRHV mehr als 40 Gegentore kassierte. Erneut bester Akteur im DRHV-Team war Rückraumspieler Yannick Danneberg, der im TSV Sportcenter starke zwölf Treffer erzielte.
Ohne Tim Hertzfeld, der am Freitag mit Leipzig in Hannover im Einsatz war, sowie ohne Mika Schüler, für den die Saison aufgrund einer Knieverletzung bereits vorzeitig beendet ist, dafür aber mit Sebastian Bialas und Joel Geist im Aufgebot, starteten die Biber – unterstützt von rund 30 mitgereisten Fans – in die Partie.
Der Beginn verlief jedoch alles andere als nach Plan. Nervös und fehleranfällig lag der DRHV bereits nach fünf Minuten mit 0:4 zurück. Erst über das Tempospiel fand man offensiv langsam in die Begegnung, während defensiv weiterhin der Zugriff auf die variablen Dormagener Angriffe fehlte. Torhüter Philip Ambrosius brachte mit mehreren starken Paraden etwas Stabilität ins Spiel der Dessau-Roßlauer, die sich auch im Angriff steigerten. Mitte der ersten Halbzeit war man beim 8:11 wieder dran.
David Mišových verkürzte wenig später auf 10:12 und brachte sein Team wieder in Schlagdistanz. Doch gleich zwei Aluminiumtreffer sowie eine starke Phase von Dormagens Keeper Oberosler verhinderten den Anschluss. Dadurch setzte sich der TSV wieder deutlicher ab und erhöhte den Vorsprung auf sechs Tore.
Fünf Minuten vor der Pause zog Cheftrainer Vanja Radić die Reißleine und nahm beim Stand von 11:18 (25. Minute) aus DRHV-Sicht seine Auszeit. Doch auch diese brachte nicht die erhoffte Wende. Bis zum Halbzeitpfiff gelang es den Bibern nicht mehr entscheidend zu verkürzen – mit einem deutlichen 15:23-Rückstand ging es in die Kabine.
Acht-Tore-Hypothek zu groß
Die Ausgangslage für den zweiten Durchgang war damit klar: Der DRHV musste versuchen, den Rückstand mit viel Kampf und Einsatz Tor um Tor zu verkürzen – auch wenn eine Hypothek von acht Treffern gegen offensiv sowie defensivstarke Dormagener eine enorme Herausforderung darstellte.
Doch statt näher heranzukommen, gerieten die Biber weiter ins Hintertreffen. In der 39. Minute war der Rückstand bereits auf zehn Tore angewachsen – die Vorentscheidung in einer Partie, in der die Dessau-Roßlauer nie wirklich Zugriff bekamen. In den verbleibenden 20 Minuten ging es daher vor allem darum, das Ergebnis im Rahmen zu halten und sich trotz der schwierigen Situation nicht aufzugeben.
Cheftrainer Vanja Radić versuchte noch einmal neue Impulse zu setzen und stellte die Defensive Mitte der zweiten Halbzeit auf eine offensive 4:2-Abwehr um. Die Biber ließen somit nichts unversucht, fanden jedoch weiterhin kaum Mittel gegen die variablen Dormagener Angriffe.
Am Ende musste man die Heimreise mit einer verdienten 35:42-Niederlage im Gepäck antreten.
„Das, was sich bereits gegen Großwallstadt in der Defensive angedeutet hatte, kam auch heute gegen Dormagen deutlich zum Vorschein. Wir haben es nicht geschafft Zweikämpfe zu gewinnen, wie wir es über weite Strecken in der Saison getan haben. Die Entschlossenheit und der Wille, die Dormagen heute auf die Platte gebracht hat, haben uns gefehlt – das hat letztlich den Unterschied gemacht. Selbst in den Phasen, in denen wir es defensiv besser machten und Dormagen zu Fehlern gezwungen haben, haben wir es durch eigene technische Fehler oder Pfostentreffer verpasst, den Anschluss herzustellen. Am Ende haben wir deutlich und auch zurecht verloren.“
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SPIELDATEN
TSV Bayer Dormagen – DRHV 06 42:35 (23:15)
DRHV 06: Philip Ambrosius (9 Paraden), Janik Patzwaldt (2 Paraden) – Yannick Danneberg (12/4), Marcel Nowak (6), Carl-Phillip Haake (4), Niklas Döbbel (4), Yannick-Marcos Pust (3), Valentin Neagu (2), David Mišových (2), Fritz-Leon Haake (1), Sebastian Bialas (1), Joel Geist, Jakub Powarzyński, Fynn Gonschor, Luka Baumgart
Schiedsrichter: Moritz Hartmann / Nils Hennekes
Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Valentin Neagu 2, Marcel Nowak 2, Luka Baumgart 2, Yannick Danneberg 2)
Siebenmeter: TSV Bayer Dormagen: 5/6 – DRHV 06: 4/5
Zuschauer: 1519 (TSV Sportcenter,Dormagen)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06






