
Marcel Nowak erzielte im Derby gegen seinen Ex-Verein vier Tore, konnte die Niederlage des DRHV aber nicht verhindern. | Foto: Norman Gunkel
Trotz einer leidenschaftlichen und kämpferischen Vorstellung mussten sich die Biber im Derby dem 1. VfL Potsdam geschlagen geben. Vor 1.229 Zuschauern in der Anhalt-Arena entwickelte sich bis Mitte der ersten Halbzeit eine offene Partie, ehe sich beim Dessau-Roßlauer HV die Fehler häuften und die Gäste aus Brandenburg dies konsequent ausnutzten. Mit einem 12:14-Rückstand ging es in die Kabine. Im zweiten Durchgang lag der DRHV zwischenzeitlich mit fünf Toren zurück, kämpfte sich noch einmal heran, konnte dem weiterhin ungeschlagenen VfL den Sieg aber nicht mehr streitig machen. Erfolgreichste Werfer der Biber waren Mika Schüler und Valentin Neagu mit jeweils fünf Treffern.
Die Biber benötigten zunächst etwas Anlaufzeit, ehe Yannick-Marcos Pust in der fünften Spielminute den ersten DRHV-Treffer zum 1:1 erzielte. Danach entwickelte sich ein ausgeglichener Schlagabtausch. Mal legten die Hausherren vor, mal hatten die Gäste aus Potsdam die Nase vorn. In der 13. Minute sorgte Mika Schüler mit seinem Treffer zum 7:5 erstmals für eine Zwei-Tore-Führung der Biber. Die Antwort der Gäste ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Potsdam glich umgehend wieder aus und übernahm anschließend zunehmend die Kontrolle.
Vor allem in der Chancenverwertung zeigten sich die Gäste nun konsequenter. Ein 3:0-Lauf brachte den VfL in der 25. Minute mit drei Toren in Führung. Gleichzeitig bekam der DRHV zunehmend Probleme, sich gegen die aggressive Potsdamer Defensive gute Wurfmöglichkeiten zu erarbeiten. DRHV-Cheftrainer Vanja Radić reagierte und bat seine Mannschaft zur Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt waren seit der 18. Minute bereits sieben Minuten ohne DRHV-Treffer vergangen. Erst Alen Hadzimuhamedovic beendete diese Durststrecke in der 28. Minute, als er sich ein Herz nahm und den Ball zum 10:13 in die Maschen hämmerte. Die Biber fanden damit zurück in die Partie und verkürzten weiter. Mit einem knappen 12:14-Rückstand ging es schließlich in die Halbzeitpause.
Potsdam verteidigt Vorsprung
Den besseren Start in den zweiten Durchgang erwischten die Gäste. Niclas Schröder erhöhte die Führung in der 36. Minute auf 17:13 und verschaffte dem VfL damit wieder etwas Luft. Vor allem offensiv fanden die Biber nur schwer Lösungen gegen die kompakte Potsdamer Abwehr. Lediglich vier Treffer gelangen dem DRHV in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit. Entsprechend wuchs der Rückstand weiter an. In der 46. Minute lag der VfL beim 21:16 mit fünf Toren vorne.
Die Biber gaben sich jedoch nicht geschlagen und versuchten weiterhin, das Derby zu drehen. Immer wieder verhinderten allerdings technische Fehler und vergebene Chancen, dass der DRHV den Rückstand entscheidend verkürzen konnte. Potsdam spielte seine Angriffe dagegen konsequent aus und verteidigte den Vorsprung mit großer Disziplin.
Um dem Angriff zusätzliche Optionen zu geben, setzte der DRHV in der Schlussphase auf den siebten Feldspieler. Die Maßnahme zeigte Wirkung. In der 55. Minute traf Simon Sirot zum 22:24 und brachte die Biber noch einmal in Schlagdistanz. Die Anhalt-Arena hoffte nun auf eine spannende Schlussphase. Doch Potsdam ließ sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Die Gäste behielten in den entscheidenden Minuten die Kontrolle und brachten den Vorsprung über die Zeit.
Am Ende müssen sich die Biber im Derby mit 25:29 geschlagen geben. Trotz einer kämpferisch starken Vorstellung fehlte dem DRHV vor allem in der Offensive über weite Strecken die nötige Durchschlagskraft.
Stimme zum Spiel
„Heute hat man gesehen, warum Potsdam ganz vorne in der Tabelle steht. Sie sind in den wichtigen Momenten sehr ruhig geblieben, haben geduldig ausgespielt und die richtigen Entscheidungen getroffen. Bei uns hat das dagegen teilweise etwas hektisch ausgesehen. Das habe ich den Jungs auch gesagt. Wir haben aktuell drei neue Jungs im Kader, die im vergangenen Jahr ebenfalls noch nicht so viel Verantwortung übernommen haben. Es braucht einfach seine Zeit, bis sie sich einspielen und die Laufwege passen. Was uns momentan auf jeden Fall fehlt, ist die Möglichkeit, uns unter der Woche optimal auf die Spiele vorzubereiten. Was ich der Mannschaft aber überhaupt nicht vorwerfen kann, ist die Leidenschaft. Wir bringen über 60 Minuten Einsatz, versuchen alles und kämpfen bis zum Schluss. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns dafür auch wieder belohnen. Dafür müssen wir geduldig bleiben, weiter so kämpfen und vor allem hoffen, dass keine weiteren Verletzungen dazukommen. Die Mannschaft geht mit der aktuellen Situation sehr professionell um. Sie nimmt die schwierige Lage als Herausforderung an – und das ist alles andere als selbstverständlich. Die Jungs machen das wirklich gut und versuchen, aus der Situation das Beste herauszuholen.“
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Spieldaten
DRHV 06 – 1. VfL Potsdam 25:29 (12:14)
DRHV 06: Philip Ambrosius (10 Paraden), Janik Patzwaldt (1 Parade) – Mika Schüler (5), Valentin Neagu (5), Marcel Nowak (4), Alen Hadzimuhamedovic (4/3), Yannick-Marcos Pust (3), David Mišových (2), Leon Ciudad Benitez (1), Simon Sirot (1), Mihkel Löpp, Niklas Döbbel,
Schiedsrichter: Thomas Hörath / Timo Hofmann
Zeitstrafen: 8:6 Minuten (Yannick-Marcos Pust 2, Leon Ciudad Benitez 2, Valentin Neagu 4)
Siebenmeter: DRHV 06: 3/3 – 1. VfL Potsdam: 5/6
Zuschauer: 1229 (Anhalt-Arena, Dessau-Roßlau)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06
Pressekonferenz: YouTube-Kanal DRHV 06






