
Die DRHV-Defensive hatte es im Spiel nicht geschafft, die Angriffe der Dresdner entscheidend zu stören. I Foto: Björn Reinhardt
Mit einer 34:42-Niederlage verabschiedet sich der DRHV in die Winterpause. Gegen den HC Elbflorenz Dresden, der aktuell völlig zu Recht ein Wort im Aufstiegskampf mitredet, hielt man bis kurz vor der Halbzeitpause gut dagegen, musste sich zur Pause jedoch bereits mit einem 16:20-Rückstand abfinden. Auch im zweiten Abschnitt blieben die Gäste aus Sachsen spielbestimmend, während es dem DRHV nicht gelang, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Bester Torschütze auf Seiten des DRHV war Carl-Phillip Haake mit sechs Treffern.
Mit viel Tempo und einer hohen Trefferquote startete der DRHV in die Partie. Bereits in der vierten Minute führten die Biber nach einem Treffer von Yannick-Marcos Pust mit 4:1. Doch Dresden, ebenfalls stark im Tempospiel, glich nur zwei Minuten später durch Anton Preußner zum 4:4 aus. Kurz darauf brachte Fritz-Leon Haake den DRHV beim 6:5 (8. Minute) erneut in Führung.
In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams nutzten ihre Chancen konsequent und hielten das Tempo hoch. Während beim DRHV vor allem Fritz-Leon Haake immer wieder Akzente setzte, war auf Dresdner Seite Sebastian Greß der prägende Akteur.
Mitte der ersten Halbzeit übernahmen die Gäste in Überzahl die Führung, doch Luka Baumgart glich mit einer starken Offensivaktion zum 10:10 aus. Anschließend agierten die Sachsen im Abschluss etwas konsequenter. Doruk Pehlivan erhöhte in der 20. Minute die Elbflorenz-Führung auf 13:10. Kurz darauf nahm DRHV-Cheftrainer Vanja Radić seine erste Auszeit, um den Rückstand nicht weiter anwachsen zu lassen – mit Erfolg: Nur zwei Minuten später glichen die Biber zum 14:14 aus.
Nach einer Zeitstrafe gegen Mika Schüler musste der DRHV erneut in Unterzahl agieren, was Dresden nutzte, um wieder in Führung zu gehen und diese auszubauen. Bis zur Pause versuchten die Biber alles, um den Rückstand zu verkürzen, ließen im Abschluss jedoch einige Möglichkeiten liegen. Dresden zeigte sich effizienter und setzte sich weiter ab, sodass es für die Dessau-Roßlauer mit einem 16:20-Rückstand in die Halbzeitpause ging.
DRHV kann den Rückstand im zweiten Abschnitt nicht verkürzen
Ein Vier-Tore-Rückstand zur Pause gegen einen Aufstiegskandidaten ist eine große Hypothek – dennoch war der DRHV gewillt, in den verbleibenden 30 Spielminuten das Blatt noch zu wenden. Um die Partie jedoch wieder offener gestalten zu können, hätte es zu Beginn der zweiten Halbzeit einer konsequenteren Chancenverwertung bedurft. Diese blieb aus, sodass sich die Gäste bis zur 34. Minute erstmals auf sechs Tore (Spielstand: 17:23) weiter absetzen konnten. Allen voran Timo Löser, der nun nahezu jeden Wurf nahm – und auch verwandelte. Die Biber kämpften weiter, liefen jedoch konstant einem Rückstand von vier bis fünf Toren hinterher.
Trotz aller Bemühungen, die Defensive zu stabilisieren, fand Dresden immer wieder Lösungen gegen die DRHV-Abwehr. In doppelter Unterzahl wuchs der Rückstand zwischenzeitlich wieder auf sechs Treffer an. Die Gäste nahmen zunehmend das Tempo aus dem Spiel und überzeugten nun auch im Positionsangriff mit großer Souveränität.
Zehn Minuten vor dem Spielende war spürbar, dass dem Derby die Luft ausging. Der Rückstand war inzwischen auf sieben Tore angewachsen. Zwar versuchte der DRHV weiterhin, mit einer offensiveren Abwehrvariante noch einmal Druck aufzubauen, doch auch darauf hatte Dresden die passende Antwort. Eine Wende blieb aus. Spätestens bei der 38:28-Führung (54. Minute) der Dresdener war die Partie entschieden.
In den Schlussminuten ging es für die Biber lediglich noch darum, den Rückstand nicht weiter anwachsen zu lassen. Am Ende verliert der DRHV das dritte Spiel in Folge gegen einen Aufstiegsaspiranten mit 34:42 und verabschiedet sich damit in die wohlverdiente Winterpause.
DRHV-Cheftrainer Vanja Radić zeigte sich nach der Partie erleichtert, dass nun die Winterpause ansteht. In den vergangenen Wochen hatte sein Team immer wieder mit Verletzungspech und krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen. „Wir sind ganz froh, dass wir diese Hinrunde, die von vielen personellen Rückschlägen geprägt war, mit 21 Punkten abschließen konnten“, so der Coach. Überwintern werden die Dessau-Roßlauer damit auf Rang sieben oder acht.
Trotz der seit Wochen angespannten Personalsituation wollte man das Spiel gegen die Sachsen unbedingt offen gestalten. „Wir wollten so lange wie möglich die gute Stimmung in der Arena genießen. Was ich den Jungs hoch anrechne, ist, dass sie bis zum Schluss gekämpft und sich nicht hängen lassen haben. Das ist das, was uns ausmacht – und genau das wollen wir mit in die Rückrunde nehmen“, betonte Radić. Mit der deutlichen Niederlage zeigte sich der Trainer dennoch nicht zufrieden: „Natürlich sind wir nicht froh darüber, heute so hoch verloren zu haben. Aber Dresden hat verdient gewonnen. Man hat sehr gut den Unterschied gesehen, vor allem in Sachen Erfahrung. Um gegen einen solchen Gegner bestehen zu können, braucht es einen vollen und vor allem gesunden Kader, um mehr Optionen zu haben“, erklärte Radić auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
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SPIELDATEN
DRHV 06 – HC Elbflorenz Dresden 34:42 (16:20)
DRHV 06: Philip Ambrosius (9 Paraden), Janik Patzwaldt (3 Paraden) – Carl-Phillip Haake (6), Fritz-Leon Haake (5), Yannick-Marcos Pust (4), Mika Schüler (4/2), Niklas Döbbel (4), Jakub Powarzyński (3), Yannick Danneberg (3), Tim Hertzfeld (2), Julius Drachau (1), Luka Baumgart (1), Fynn Gonschor (1), Valentin Neagu
Schiedsrichter: Thomas Kern / Thorsten Kuschel
Zeitstrafen: 10:4 Minuten (Luka Baumgart 2, Mika Schüler 2, Valentin Neagu 2, Tim Hertzfeld 2, Vanja Radić 2)
Siebenmeter: DRHV 06: 5/6 – HC Elbflorenz Dresden: 4/4
Zuschauer: 2404 (Anhalt-Arena, Dessau)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06
Pressekonferenz: YouTube-Kanal DRHV 06






