
Mit 138 Treffern ist Luisa Wolf die erfolgreichste Torschützin in der abgelaufenen Regionalligasaison 2025/26. | Foto: Björn Reinhardt
Die Saison 2025/26 in der Regionalliga Mitteldeutschland war für die 1. Frauenmannschaft des DRHV eine der schwierigsten der vergangenen Jahre. Nach einem großen personellen Umbruch und zahlreichen neuen Gesichtern im Team, von denen einige bereits zum Ende der Saison 24/25 dazustießen, fanden die DRHV‑Frauen nur schwer in die Spur und blieben über weite Strecken hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Schon vor Saisonbeginn war klar, dass diese Spielzeit herausfordernd werden würde. Mit dem Abgang der langjährigen Stamm-Linksaußen Sandra Hildebrandt, dem vorzeitigen Saisonende für Lilli Hoffmann aus privaten Gründen sowie den langfristigen Verletzungen der Rückraumspielerinnen Isabell Janze und Fabienne Welhöner fehlte dem Team zunächst weiterhin die nötige Stabilität. Gleichzeitig wurde der Kader stark verbreitert – insgesamt 22 Spielerinnen gehörten zum Aufgebot.
Mit den zahlreichen Neuzugängen verband sich dennoch viel Hoffnung. Trainer Frank Eichardt war zuversichtlich, dass sich die anfänglichen Abstimmungsprobleme mit zunehmender Eingespieltheit legen würden. Doch der holprige Start setzte sich fort: Die Mannschaft fand nur selten zu den Stärken, die man aus den Vorjahren kannte.
Über die gesamte Saison sammelten die DRHV‑Frauen lediglich neun Pluspunkte – eine Bilanz, die nicht den eigenen Ansprüchen entspricht. Umso bemerkenswerter ist, dass zwei der Siege ausgerechnet gegen Spitzenteams der Liga gelangen. In diesen Partien zeigte die Mannschaft, wozu sie in der Lage ist, wenn Abläufe, Kampfgeist und Teamspirit zusammenpassen. Leider gelang es zu selten, diese Leistung konstant auf die Platte zu bringen.
Hinzu kam eine Reihe unglücklicher und knapper Niederlagen. Mehrfach standen die Dessauerinnen kurz davor, sich für starke Auftritte zu belohnen, mussten aber am Ende doch ohne Punkte vom Feld gehen. Diese verpassten Chancen setzten einen sportlichen und mentalen Teufelskreis in Gang: Die ausbleibenden Erfolgserlebnisse nagten am Selbstvertrauen und der Stimmung im Team und machten sich im weiteren Saisonverlauf deutlich bemerkbar.
Ab der Rückrunde kam es auch auf der Bank zu einer Veränderung: Die bis dahin verletzte Kapitänin Fabienne Welhöner übernahm interimsweise das Traineramt, da Frank Eichardt aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten musste. Trotz großen Engagements und einzelnen positiven Ausreißern wie den Siegen gegen Burgenland und Markranstädt gelang es der Mannschaft jedoch nicht, dauerhaft Konstanz und Sicherheit in ihr Spiel zu bringen.
Besonders schmerzhaft waren die knappen und vermeidbaren Niederlagen gegen direkte Konkurrenten im Tabellenkeller wie Chemnitz und Oebisfelde. In diesen Partien verpasste der DRHV wichtige Gelegenheiten, sich aus der gefährlichen Zone zu befreien und die Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt zu verbessern.
Am Ende der Saison steht ein ernüchternder 10. Tabellenplatz und damit nach aktuellem Stand der wahrscheinliche Abstieg in die Sachsen‑Anhalt‑Liga. Ob die DRHV‑Frauen den Weg in die nächsttiefere Spielklasse tatsächlich antreten müssen, ist allerdings noch nicht endgültig entschieden: In der 3. Liga stehen noch Relegationsspiele aus, in der 5. Liga noch der letzte Spieltag – die endgültige Einteilung der Liga für die kommende Spielzeit bleibt somit abzuwarten.
Jedoch steht bereits jetzt fest, dass die Mannschaft vor einem erneuten Umbruch steht: Mehrere Spielerinnen werden den Verein aus beruflichen, sportlichen oder privaten Gründen verlassen. Der DRHV bedankt sich herzlich bei Pia Peschek, Janine Bender, Emy Meyer, Helene Vollrath, Lilli Hoffmann, Lia Hoffmann, Alexandra Micu, Fabienne Welhöner und Isabell Janze für ihren Einsatz im DRHV‑Trikot und wünscht ihnen für die sportliche und private Zukunft alles Gute!

Einen versöhnlichen Abschluss gab es in der vergangenen Woche dennoch: Bei einem gemeinsamen Abend mit Helfern und Fans kamen Team und Wegbegleiter des DRHV in gemütlicher Runde zusammen. In einem schönen Rahmen wurden Dankesworte ausgesprochen, fleißige und unersetzbare Hände im Hintergrund gewürdigt und auch einige Verabschiedungen vorgenommen. Dieser Abend hat noch einmal deutlich gemacht, wie wertvoll es ist, einander den Rücken zu stärken – und dass man trotz aller (sportlichen) Herausforderungen als Gemeinschaft zusammenstehen kann.






