
Philip Ambrosius spielt aktuell in seine zehnte Saison beim DRHV und hat nun seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängert. | Foto: Christoph Pabel
Er ist die Identifikationsfigur schlechthin beim Dessau-Roßlauer HV: Philip Ambrosius. Der Torhüter, der aktuell seine zehnte Saison im DRHV-Trikot absolviert, hat seinen Vertrag erneut verlängert und bleibt damit weiterhin das Gesicht zwischen den Pfosten der Biber.
Der 32-Jährige überzeugt auch in der laufenden Spielzeit mit starken und konstanten Leistungen. 122 Paraden stehen für ihn zu Buche – bei einer Quote gehaltener Würfe von knapp über 30 Prozent, womit Ambrosius einmal mehr zu den besten Torhütern der 2. Handball-Bundesliga zählt.
Cheftrainer Vanja Radić zeigt sich hochzufrieden mit der Entscheidung seines Routiniers: „Wir freuen uns sehr, dass sich Philip entschieden hat, weiter für den DRHV zu spielen. Diese Entscheidung ist für uns nicht nur sportlich von großer Bedeutung, sondern auch für die Weiterentwicklung unseres Teams. Mit seiner Erfahrung bringt er viele Werte mit und hilft uns damit auch abseits des Feldes sowie wenn es darum geht den Fokus auf das Wesentliche – Leistung zu bringen – zu legen. Über seinen Stellenwert und seine Leistungen in den letzten Jahren muss man nicht viele Worte verlieren – er ist seit Jahren unser Rückhalt und zählt zu den besten Torhütern der Liga. Deshalb sind wir sehr froh, dass er weiterhin für uns aufläuft.“
Positiv bewertet der Cheftrainer zudem die allgemeine Entwicklung innerhalb des Vereins, insbesondere die zunehmende Identifikation der Spieler mit dem DRHV. An dieser Kultur wurde in den vergangenen Jahren intensiv gearbeitet, ebenso an der stetigen Verbesserung der Strukturen. „Spieler tragen heute nur noch selten den Gedanken in sich, unseren Verein zu verlassen, um irgendwo anders in der zweiten Liga zu spielen – und das freut mich persönlich sehr. So entstehen Identifikationsfiguren und DRHV-Handballhelden. Einer davon ist ganz klar Philip“, so Radić.
Ambrosius, der in Bernburg aufwuchs und später die Eliteschule des Sports in Magdeburg besuchte, wechselte im Sommer 2016 auf Wunsch des damaligen Cheftrainers Uwe Jungandreas vom SCM zum DRHV. „Zehn Jahre DRHV – das sind für mich zehn Jahre voller Emotionen, mit allen Höhen und Tiefen“, blickt er zurück. Nach dem Abstieg im Jahr 2019 folgte beim Dessau-Roßlauer HV ein tiefgreifender Umbruch, der den Verein nach den Worten des Keepers nachhaltig vorangebracht hat. Eine Schlüsselrolle schreibt Ambrosius dabei vor allem der Verpflichtung von Geschäftsführer Sebastian Glock zu.
Doch nicht nur Rückschläge prägten diese Dekade. Ambrosius stand auch bei besonderen Momenten zwischen den Pfosten: „Eines der Highlights war die Saison 2022/23, in der wir verdammt nah dran waren, den nächsten großen Schritt zu gehen und aufzusteigen.“ Umso krasser der Kontrast nur wenig später: In der letzten Spielzeit musste der DRHV beim Wiederholungsspiel gegen TuSEM Essen plötzlich um den Klassenerhalt kämpfen. „Genau diese Extreme beschreiben, was ich mit dem Verein erleben durfte. Euphorie und Leidenschaft, aber auch die Leidensfähigkeit unserer Fans – das ist etwas ganz Besonderes.“
Auch persönlich ist Ambrosius an den Herausforderungen gewachsen. „Gerade in den vergangenen Jahren hat mich Uwe Jungandreas besonders geprägt. Gleichzeitig fordert mich das neue Trainerteam um Chefcoach Vanja Radić sportlich noch einmal neu heraus – und genau das genieße ich, weil es mich weiter voranbringt.“
Nach inzwischen zehn Jahren ist der DRHV für den Torhüter längst mehr als nur ein Verein geworden. Dessau-Roßlau ist seine Heimat. Hier hat er seine Frau kennengelernt und geheiratet, hier sind Freundschaften fürs Leben entstanden. Gleichzeitig schätzt Ambrosius die Nähe zu seiner Familie, die ihn regelmäßig bei den Heimspielen in der Anhalt-Arena unterstützt. Bei Hauptsponsor Merz Dessau hat er zudem einen Arbeitgeber gefunden, der ihm bereits jetzt Perspektiven für die Zeit nach der aktiven Karriere eröffnet.
An ein Karriereende denkt Ambrosius jedoch noch nicht. Wer ihn kennt, weiß, dass er sich immer wieder neue Ziele setzt: „Mein Ziel ist klar: weiter Verantwortung übernehmen, Leistung bringen und mit dieser Mannschaft das Maximale herausholen. Ich habe richtig Bock auf das, was vor uns liegt – und freue mich sehr darauf, diesen Weg weiter mit dem DRHV zu gehen.“
Anzeige






