
Mihkel Löpp ist zwar erst seit einigen Wochen hier, fühlt sich in Dessau-Roßlau aber bereits pudelwohl. | Foto: Christoph Pabel
Manchmal muss es im Handball schnell gehen. Nachdem sich Neuzugang Martin Březina unmittelbar beim Trainingsauftakt einen Kreuzband- und Außenbandriss zugezogen hatte und damit für die gesamte Saison ausfällt, musste der Dessau-Roßlauer HV kurzfristig auf die entstandene Lücke im Rückraum reagieren. Die Lösung heißt Mihkel Löpp.
Der 24-jährige Este hat beim DRHV einen Einjahresvertrag unterschrieben und bringt neben internationaler Erfahrung auch bereits mehrere Jahre Erfahrung im deutschen Handball mit. Der 1,89 Meter große Rückraumspieler stammt aus Viljandi, einer der bekanntesten Handballstädte Estlands, und begann seine Karriere beim heimischen Viljandi HC. Bereits in der Saison 2021/22 sammelte Löpp dort seine ersten Erfahrungen im EHF European Cup.
Seine Begeisterung für den Handball wurde ihm dabei gewissermaßen in die Wiege gelegt. „Ich habe zwei große Brüder und die beiden haben Handball gespielt“, erzählt Löpp. Seine Brüder nahmen ihn mit in die Halle – und einmal auf den Geschmack gekommen, ließ ihn der Handball nicht mehr los. „Ich habe Hallenluft geschnuppert und bin seitdem beim Handball geblieben.“
2022 wagte Löpp den Schritt nach Deutschland und schloss sich dem EHV Aue an. Seitdem kennt er den deutschen Männerhandball bestens. In Aue entwickelte sich der estnische Nationalspieler kontinuierlich weiter und wurde zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft. Seine Schnelligkeit, sein dynamisches Spiel und insbesondere seine Qualitäten im Eins-gegen-eins zeichnen den Rückraumspieler aus. Auch international ist Löpp längst kein Unbekannter mehr. Als estnischer Nationalspieler sammelte er bereits wertvolle Erfahrungen auf internationaler Ebene. Gleichzeitig kennt er die Anforderungen des deutschen Handballs und weiß, was ihn in der 2. Handball-Bundesliga erwartet. Für einen Spieler, der mit 24 Jahren noch immer am Anfang seiner besten Handballjahre steht, ist diese Kombination eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte seiner Karriere.
Der Wechsel nach Dessau-Roßlau kam dennoch kurzfristig. Nachdem Löpp den Sommer vertragsfrei verbracht hatte, hielt er sich individuell fit. „Ich habe einfach Sport gemacht, war viel laufen und habe Krafttraining gemacht“, sagt der Este. Dann kam der Anruf aus Dessau-Roßlau. „Ich war zuerst ein bisschen überrascht und dann einfach froh, dass ich die Chance bekomme in der 2. Handball-Bundesliga zu spielen.“
Aus der Überraschung wurde schnell Vorfreude. Denn für Löpp ist der Wechsel zu den Bibern mehr als nur eine kurzfristige Lösung für eine personelle Lücke. Er sieht darin die Chance, seiner eigenen Entwicklung einen weiteren Schub zu geben. „Ich hoffe, dass ich jetzt zeigen kann, was ich im Handball leisten kann, und kann mich auf das nächste Level bringen. “Dafür bringt Löpp klare Vorstellungen mit. Er möchte sich schnell in die Mannschaft integrieren, seine Stärken einbringen und auf Zweitliganiveau überzeugen. „Ich will die Chance jetzt nutzen, gut performen, um auch in den nächsten Jahren auf einem guten Niveau Handball zu spielen.“
Beim DRHV trifft der Este nun auf eine neue Mannschaft, ein neues Umfeld und eine neue Herausforderung. Seine Erfahrungen aus Estland und Deutschland sowie seine Dynamik sollen den Rückraum der Biber bereichern. Gleichzeitig bekommt Löpp nun die Möglichkeit, sich auf einem anspruchsvollen Niveau weiterzuentwickeln und eine wichtige Rolle in der Mannschaft einzunehmen.
Beste Voraussetzungen also, um aus der kurzfristigen Chance eine langfristige Erfolgsgeschichte zu machen. Die ersten Schritte sind bereits gemacht: Mihkel Löpp ist in Dessau-Roßlau angekommen und hat in den Vorbereitungsspielen gezeigt, welche Qualitäten er mitbringt und dass er dem Team helfen kann.
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