
DRHV-Cheftrainer Vanja Radić muss derzeit tief in seine Erfahrungskiste greifen, um sein Team Woche für Woche auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. | Foto: Norman Gunkel
Es ist das Highlight für alle Handballfans aus der Doppelstadt und der Region. Am Mittwochabend gibt sich der zwölfmalige Deutsche Meister VfL Gummersbach die Ehre und gastiert in der Anhalt-Arena. Nachdem man im vergangenen Jahr mit dem SC Magdeburg bereits das Traumlos schlechthin in der zweiten Runde des DHB-Pokals erwischte, wartet in diesem Jahr mit dem VfL Gummersbach erneut ein großer Name des deutschen Handballs auf die Biber. Anwurf der Partie ist um 19:00 Uhr. Geleitet wird das Duell von den Schiedsrichtern Fabian Friedel und Rick Herrmann.
Für den DRHV kommt der Pokalkracher allerdings zu einem Zeitpunkt, der kaum schwieriger sein könnte. Die Verletztenmisere hat sich in den vergangenen Wochen weiter verschärft. Cheftrainer Vanja Radić muss mittlerweile auf sechs Spieler verzichten, die verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen. Eine Situation, die den Bibern voraussichtlich noch mehrere Wochen erhalten bleibt. Wie angespannt die personelle Situation inzwischen ist, zeigte sich zuletzt beim Auswärtsspiel beim TuS Ferndorf. Dort standen dem DRHV lediglich zehn Feldspieler zur Verfügung. Nun wartet ausgerechnet ein Bundesliga-Topteam auf die Biber. Eine Aufgabe die unter den aktuellen Voraussetzungen kaum größer sein könnte. Dennoch will der DRHV die Herausforderung annehmen und sich vor heimischem Publikum bestmöglich präsentieren.
„Wir haben tolle Erinnerungen an die Pokalspiele gegen Hannover, Melsungen und zuletzt gegen den SC Magdeburg. Eine volle Halle, tolle Atmosphäre, starke Gegner – und wir haben jeweils gute Spiele abgeliefert. Die Jungs wissen, was solche Partien bedeuten. Auch diesmal ist es für jeden Spieler eine große Chance, sich mit einer der besten Mannschaften der Bundesliga und ihren Topstars zu messen. Mehr Motivation braucht man eigentlich nicht. Gegen die Besten zu spielen, ist für jeden Handballer etwas Besonderes,“ so der Cheftrainer.
Viel Power aus dem Rückraum
Wie groß die sportliche Herausforderung ist, zeigt bereits ein Blick auf den Kader des VfL Gummersbach. Mit Nationalspieler Miro Schluroff, Neuzugang Nikola Roganović und Kay Smits verfügt der Altmeister über einen wurfgewaltigen Rückraum. Das Trio zeichnet sich in der bisherigen Saison für fast 60% der Gummersbacher Feldtore verantwortlich. Doch damit ist die Qualität des Bundesligisten noch längst nicht vollständig beschrieben. Denn im Sommer gelang dem VfL ein echter Transfercoup: Mit Alex Dujshebaev wechselte ein Handballer von Weltformat vom polnischen Topklub KS Kielce ins Oberbergische. Der Spanier ist einer der großen Namen des internationalen Handballs und bringt eine enorme Erfahrung aus zahlreichen Spielen auf höchstem Niveau mit. Zu Beginn der Saison kam Dujshebaev noch nicht durchgehend zum Einsatz, findet aber zunehmend seinen Rhythmus. Gegen die Füchse Berlin traf der Rückraumspieler bereits sechsmal. Auch am vergangenen Sonntag gegen die HSG Wetzlar war er dreimal erfolgreich. Für die Handballfans in der Anhalt-Arena ist allein sein Auftritt in Dessau-Roßlau ein besonderes Erlebnis.
Rückblick an einen Biber-Coup
Dass der VfL Gummersbach in der Anhalt-Arena allerdings nicht automatisch als Sieger vom Parkett geht, beweist ein Blick in die jüngere DRHV-Geschichte. Am 23. Spieltag der Saison 2021/22 gelang den Bibern ein echtes Ausrufezeichen. Gegen den damaligen Tabellenführer setzte sich der DRHV mit 33:32 durch, nachdem die Gäste zur Halbzeit noch mit 20:16 geführt hatten. Zu den damaligen Matchwinnern gehörten Vincent Bülow und Yannick-Marcos Pust, die jeweils acht Treffer erzielten. Pust steht bekanntlich noch immer im DRHV-Kader, zuletzt war er Topscorer seines Teams beim Spiel gegen Ferndorf. Auch Torhüter Philip Ambrosius war bereits damals dabei und erwischte einen herausragenden Abend. Mit einer Fangquote von 47 Prozent wurde er zu einem wichtigen Faktor für den überraschenden Heimsieg. Ebenfalls schon damals mit von der Partie waren Yannick Danneberg und Luka Baumgart.
Egal, wie die Partie am Mittwochabend endet: Für den DRHV, seinen Fans und allen Handballbegeisterten aus Dessau-Roßlau und der Region ist das Duell mit dem zwölfmaligen Deutschen Meister ein ganz besonderes Highlight.
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Die letzten Duelle
Dessau-Roßlauer HV – VfL Gummersbach 33:32 (25.04.2022)
VfL Gummersbach – Dessau-Roßlauer HV 35:27 (24.09.2021)
Übertragung
Live-Stream: Das Spiel wird ab 19:00 Uhr auf DYN übertragen
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