
Valentin Neagu verwandelte alle fünf seiner Wurfversuche im Spiel gegen den TuS Ferndorf. | Foto: TuS Ferndorf
Trotz einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie musste der Dessau-Roßlauer HV ohne Punkte die Heimreise aus dem Siegerland antreten. Beim TuS Ferndorf unterlagen die Biber mit 33:39 (14:19). Ausschlaggebend waren dabei vor allem die letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs, in denen sich die Gastgeber vom 12:12 auf 19:14 absetzen konnten. Diese Hypothek erwies sich für den DRHV letztlich als zu groß. Zwar kämpften sich die Biber im zweiten Abschnitt noch einmal heran und hatten zwischenzeitlich sogar die Chance, bis auf drei Tore zu verkürzen, doch Ferndorf ließ sich den Erfolg nicht mehr streitig machen. Erfolgreichster Werfer des DRHV war Yannick-Marcos Pust mit acht Treffern.
Kurz vor dem Anpfiff erreichte die DRHV-Anhänger in der Halle sowie im Live-Stream die nächste Hiobsbotschaft: Yannick Danneberg musste aufgrund von Leistenproblemen passen. Der Rückraumspieler war zwar vor Ort, konnte seine Mannschaft jedoch nicht unterstützen. Damit standen DRHV-Cheftrainer Vanja Radić lediglich zehn Feldspieler zur Verfügung.
Die Biber starteten zunächst mit wenig Tempo in das Spiel und setzten auf geduldige, konsequent ausgespielte Angriffe. In der fünften Minute verwandelte Alen Hadzimuhamedovic einen Siebenmeter zur 3:2-Führung. In der Anfangsphase der Partie suchten die Biber zudem immer wieder Yannick-Marcos Pust auf der Außenposition – und das mit Erfolg. Drei der ersten fünf Biber-Treffer gingen auf sein Konto. In der zehnten Minute traf Pust zum 7:6, ehe Debütant Simon Sirot wenig später seinen ersten Zweitligatreffer erzielte und auf 8:6 erhöhte. Die Zwei-Tore-Führung hatte allerdings nicht lange Bestand. Nach zwei Fehlwürfen in Folge glich Ferndorf in der 13. Minute zum 8:8 aus. Anschließend entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Biber legten vor, die Gastgeber zogen nach. Beim 11:10 aus Sicht des DRHV sah sich Ferndorfs Trainer Ceven Klatt in der 17. Minute erstmals zu einer Auszeit gezwungen.
Auch danach blieb die Partie eng. In der 23. Minute lag Ferndorf mit 14:12 vorne, woraufhin auch Vanja Radić seine erste Auszeit nahm. Vor allem offensiv wollte der DRHV neue Impulse setzen. Defensiv verteidigten die Biber zwar leidenschaftlich gegen das Ferndorfer Spiel mit dem siebten Feldspieler, doch die Gastgeber fanden immer wieder die Lücke und kamen zu erfolgreichen Abschlüssen. Julius Fanger erhöhte in der 26. Minute auf 16:13. In der Schlussphase des ersten Durchgangs verloren die Biber dann jedoch zunehmend den Zugriff. Einige unglückliche Aktionen und vor allem die eigene Chancenverwertung spielten dem TuS in die Karten. Lediglich zweimal traf der DRHV in den letzten zehn Minuten vor der Pause. Ferndorf nutzte diese Phase konsequent und baute den Vorsprung bis zum Halbzeitpfiff auf 19:14 aus.
Biber kämpfen sich ein Stück weit heran
Mit Niklas Döbbel kam nach der Pause ein frischer Spieler auf die Platte – und der Rückraumspieler meldete sich direkt mit zwei sehenswerten Treffern in Folge. Doch während der DRHV offensiv Akzente setzen konnte, bekam die Defensive weiterhin keinen ausreichenden Zugriff. Ferndorf nutzte die Räume und setzte sich in der 34. Minute auf 23:16 ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Biber im gesamten Spiel lediglich eine Torhüterparade zu verzeichnen. Vanja Radić reagierte deshalb früh und nahm bereits in der 35. Minute seine nächste Auszeit.
Anschließend versuchte der DRHV mit dem siebten Feldspieler im Angriff, den Rückstand zu verkürzen, um das Spiel noch einmal zu öffnen. Yannick-Marcos Pust brachte den DRHV in der 45. Minute beim 31:27 wieder näher heran. In der Schlussviertelstunde bot sich den Bibern sogar zweimal die Gelegenheit, den Rückstand auf drei Tore zu verkürzen und damit noch einmal für Spannung zu sorgen. Die Chancen blieben jedoch ungenutzt.
Damit blieb die erhoffte Wende aus. Ferndorf agierte weiterhin konsequent im Abschluss und verwandelte im gesamten Spiel 80% ihrer Würfe. Am Ende unterliegen die Biber dem TuS Ferndorf mit 33:39 und müssen nach zuvor vier Spielen ohne Niederlage gegen die Siegerländer wieder eine Niederlage hinnehmen.
Stimme zum Spiel
„In der Vorbereitung auf die Partie war es ohne einen richtigen Sparringpartner schwierig, uns spielnah auf den Gegner vorzubereiten. Das hat uns heute vor allem gegen das Sieben-gegen-Sechs in den verschiedenen Varianten der Ferndorfer gefehlt. Wir hatten einige richtig gute Lösungen vorbereitet und die Ansätze waren erkennbar, konnten das aber unter der Woche leider nicht so einstudieren, wie wir es gebraucht hätten. Im Angriff hat uns ein bisschen die Durchschlagskraft gefehlt. Gegen körperlich robuste Ferndorfer war es dadurch schwer. Am Ende haben sie das Spiel verdient gewonnen.“
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Spieldaten
TuS Ferndorf – DRHV 06 39:33 (19:14)
DRHV 06: Philip Ambrosius (5 Paraden I 2 Tore), Janik Patzwaldt – Yannick-Marcos Pust (8), Marcel Nowak (5), Valentin Neagu (5), Simon Sirot (4), Alen Hadzimuhamedovic (4/3), Mika Schüler (2), Niklas Döbbel (2), Mihkel Löpp (1), David Mišových, Leon Ciudad
Schiedsrichter: Paul Kijowsky / Lukas Strüder
Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Leon Ciudad 2)
Siebenmeter: TuS Ferndorf: 6/7 – DRHV 06: 3/3
Zuschauer: 1196 (Stählerwiese, Kreuztal)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06





