
Schwerer Stand für die DRHV-Offensive, die sich erst gegen Ende der ersten Halbzeit stabilisierte und anschließend dazu beitrug, das Spiel wieder offen zu gestalten. | Foto: Björn Reinhardt
Vor 1.977 Zuschauern in einer für einen Mittwochabend sehr gut gefüllten EmslandArena in Lingen tat man sich zu Beginn der Partie schwer und fand vor allem im Angriff kein wirksames Mittel gegen die kompakte Defensive der HSG Nordhorn-Lingen. Die Konsequenz: Nach 19 gespielten Minuten lag man mit 5:12 zurück. Im weiteren Verlauf stabilisierten sich die Biber jedoch, steigerten sich offensiv und kämpften sich bis zur Pause wieder auf vier Tore heran. In der zweiten Halbzeit blieb man dran und schaffte beim 22:22 sogar den Ausgleich. Die Chance, das Spiel endgültig auf die eigene Seite zu ziehen, war da – doch es gelang nicht, die Partie zu drehen. Am Ende müssen wir uns der HSG Nordhorn-Lingen mit 30:34 geschlagen geben. Beste Torschützen auf Dessau-Roßlauer Seite waren Mika Schüler und Marcel Nowak mit jeweils fünf Treffern.
Mit nur zwölf Spielern im Kader starteten die Biber etwas nervös in die Partie und leisteten sich in der Anfangsphase gleich drei technische Fehler. Dennoch versuchte der DRHV, mit viel Druck und Tempo die Lücken in der Defensive der HSG Nordhorn-Lingen zu finden. Yannick-Marcos Pust erzielte in der fünften Minute den 3:3-Ausgleich.
Im Anschluss geriet der Angriffsmotor jedoch ins Stocken. Nordhorn-Lingen agierte offensiv zielstrebiger und ging in der achten Minute durch Frieder Bandlow mit 6:3 in Führung. DRHV-Trainer Vanja Radić reagierte früh mit seiner ersten Auszeit, um vor allem im Angriff das Spiel breiter zu machen. Defensiv präsentierten sich die Biber bis dahin ordentlich, nicht zuletzt dank mehrerer starker Paraden von Torhüter Philip Ambrosius.
Nach der Auszeit verliefen zwar zwei Angriffe erfolgreich, doch danach tat man sich im Positionsspiel weiterhin schwer, klare Wurfchancen zu kreieren. Die Folge: In der 19. Spielminute wuchs der Rückstand auf sechs Tore an – die nächste Auszeit für den DRHV. Dieses Mal wurde es deutlich emotionaler, mit dem klaren Ziel, das Team wachzurütteln und konsequenter am Matchplan festzuhalten.
In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit stabilisierte sich das Offensivspiel und man ließ den Rückstand nicht weiter anwachsen. Mit einem 12:16 aus Sicht der Dessau-Roßlauer ging es schließlich in die Kabine.
Vom Fehlstart zum Ausgleich: Am Ende ohne Punkte
Zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigten die Biber sich bemüht, den Rückstand weiter zu verkürzen. Mika Schüler traf in der 35. Minute zum 18:15, wenig später stellte Jakub Powarzyński auf nur noch zwei Tore Differenz. Die Chancen, die Partie wieder völlig offen zu gestalten, waren da – doch zunächst ließ man sie ungenutzt. Beim Stand von 22:20 (41. Minute) nahm HSG-Trainer Mark Bult seine zweite Auszeit.
Direkt danach verkürzte Fynn Gonschor nach einem Steal von Yannick-Marcos Pust auf ein Tor. In der 44. Minute gelang Marcel Nowak schließlich der verdiente 22:22-Ausgleich – das Spiel war wieder offen. Allerdings nur kurz: Die HSG Nordhorn-Lingen antwortete mit zwei schnellen Treffern, während die Biber in Unterzahl agieren mussten. Nordhorn nutzte diese Phase konsequent und setzte sich erneut bis auf drei Tore ab.
Zwar brachte Yannick-Marcos Pust sein Team nach einem weiteren Ballgewinn und einem Treffer ins verwaiste Tor beim 26:25 (48. Minute) nochmals heran, doch der erneute Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. Die HSG fing sich, baute den Vorsprung wieder auf vier Tore und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Trotz kämpferischer Leistung und viel Einsatzbereitschaft musste sich der DRHV am Ende einem gleichwertigen Gegner mit 30:34 geschlagen geben.
„Wir hatten große Schwierigkeiten, ins Spiel hereinzukommen. Gerade die erste Viertelstunde tut richtig weh, weil wir es im Angriff zu eng gestalten und nicht in die nötige Breite gehen. Das führte zu technischen Fehlern, weil wir keine verlässlichen Lösungen mehr gefunden haben. In der zweiten Halbzeit drehen wir auf, spielen eine solide Abwehr und kämpfen uns zurück. Nach unserem Ausgleich findet Nordhorn-Lingen wieder Zugriff auf das Spiel, setzt sich erneut ab und entscheidet damit die Partie. Das tut natürlich weh, weil deutlich mehr für uns heute drin war – trotz der ersatzgeschwächten Truppe. Das nehmen wir aber als positives Signal mit in die nächste Partie“, so die Analyse von DRHV-Cheftrainer Vanja Radić.
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SPIELDATEN
HSG Nordhorn-Lingen – DRHV 06 34:30 (16:12)
DRHV 06: Philip Ambrosius (11 Paraden), Janik Patzwaldt – Mika Schüler (5/4), Marcel Nowak (5), Jakub Powarzyński (4), Fritz-Leon Haake (4), Fynn Gonschor (4), Yannick-Marcos Pust (4), David Mišových (3/3), Julius Drachau (1), Carl-Phillip Haake, Valentin Neagu,
Schiedsrichter: Lukas Schwarzmeier / Béla Stewen
Zeitstrafen: 10:4 Minuten (Carl-Phillip Haake 2, Fritz-Leon Haake 2)
Siebenmeter: HSG Nordhorn-Lingen: 2/3 – DRHV 06: 7/10
Zuschauer: 1977 (EmslandArena, Lingen)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06






