
Alen Hadzimuhamedovic und Fritz-Leon Haake standen sich beim letzten Heimspiel in der Anhalt-Arena gegenüber. | Foto: Christoph Pabel
Fritz-Leon Haake wird den Dessau-Roßlauer HV nach der Saison verlassen und sich dem Bundesligisten SC DHfK Leipzig anschließen. Damit folgt Haake seinem Teamkollegen Tim Hertzfeld, der ebenfalls künftig das Trikot der Sachsen tragen wird. Für Ersatz haben die Verantwortlichen der Biber jedoch bereits gesorgt: Vom Bundesligaaufsteiger SG BBM Bietigheim wechselt mit Alen Hadzimuhamedovic eines der größten Talente seines Jahrgangs nach Dessau-Roßlau.
Fritz-Leon Haake über seine Beweggründe für den Wechsel in die Messestadt: „Vom Timing her ist es sicherlich ungewöhnlich – gerade so kurz vor Saisonende und insbesondere nach meiner Vertragsverlängerung im März. Als die Anfrage aus Leipzig kam, habe ich intensiv darüber nachgedacht, welchen Weg ich gehen möchte. Die Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen, vor allem, weil ich mich im Team und im gesamten Umfeld sehr wohlfühle und mir auch die Fans sehr ans Herz gewachsen sind. Schlussendlich ist mir jedoch klar geworden, dass der Wechsel nach Leipzig der nächste wichtige Schritt in meiner Handballkarriere sein kann und ich diese Chance gern nutzen möchte. Ich bin sehr dankbar für die gemeinsame Zeit beim DRHV und für die großartige Unterstützung unserer Fans – sowohl bei Heim- als auch bei Auswärtsspielen. Danke für alles.“
DRHV-Cheftrainer Vanja Radić, der Haake vor drei Jahren zum DRHV lotse über den kurzfristigen Wechsel: „Fritz hat sich gerade in dieser Saison zu einem wichtigen Spieler in unserem Team entwickelt und seine Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Er steht für Tempo, Energie und Torgefahr“, erklärt Radić. „Grundsätzlich stehen wir als Verein einem Wechsel offen gegenüber, wenn dieser ausdrücklich dem Wunsch des Spielers entspricht. Gleichzeitig ist für uns klar, dass ein solcher Schritt nur dann erfolgen kann, wenn die Rahmenbedingungen für den DRHV stimmen. Dazu gehört, dass wir einen passenden sportlichen Ersatz finden und dass die finanziellen Voraussetzungen so gestaltet sind, dass sie die Strukturen des Klubs nicht schwächen, sondern im besten Fall langfristig sogar stärken. Auch wenn diese Entscheidung für uns keineswegs einfach war, sind wir überzeugt, dass Fritz seinen weiteren Weg erfolgreich gehen wird, und wünschen ihm dafür sportlich wie persönlich alles Gute.“
Nächstes Nachwuchstalent steht in den Startlöchern
Mit Alen Hadzimuhamedovic präsentieren die Biber gleichzeitig den Nachfolger. Der 19-jährige Deutsch-Bosnier, der im vergangenen Jahr sein Abitur erfolgreich abschloss, absolviert aktuell seine erste volle Profisaison unter Trainer Iker Romero in Bietigheim. Bereits in der Vorsaison hinterließ er einen bleibenden Eindruck, als er als Youngster in der Handball-Bundesliga debütierte und dort 17 Tore in elf Partien erzielte. In der laufenden Zweitliga-Saison unterstrich er seine Qualitäten mit bislang 70 Treffern in 29 Spielen und bewies dabei auch als sicherer Siebenmeterschütze Nervenstärke.
Seine Leistungen blieben auch dem Handballverband Bosnien und Herzegowina nicht verborgen: Im Sommer 2024 führte er die bosnische U18-Auswahl zum Titel beim EHF-Championship-Turnier und wurde dort als bester Mittelmann des Turniers ausgezeichnet. Aktuell steht er im Kader für die im Sommer stattfindende U20- Europameisterschaft in Rumänien.
Für Hadzimuhamedovic, der unter Iker Romero in Bietigheim den Sprung in den Profibereich schaffte, ist der Wechsel nach Dessau ein bewusster Karriereschritt: „Der Wechsel nach Dessau ist für mich ein großer und besonderer Schritt, weil ich zum ersten Mal von zu Hause weg gehe. DRHV-Trainer Vanja Radić hat sich sehr um mich bemüht und mir in den Gesprächen sportlich wie menschlich ein richtig gutes Gefühl gegeben. Auch mein erster Tag in Dessau und die Menschen, die ich kennenlernen durfte, haben meinen Eindruck absolut bestätigt. Ich freue mich riesig auf die Aufgabe und werde jeden Tag alles dafür geben, mich weiterzuentwickeln und der Mannschaft bestmöglich helfen.“
Auch Trainer Vanja Radić sieht in dem jungen Rückraumspieler die ideale Ergänzung für sein Team. „Mit der Verpflichtung von Alen konnten wir schnell auf den Abgang reagieren. Wir gewinnen einen sehr spielintelligenten Akteur, der in Bietigheim bereits auf hohem Niveau sein Leistungsvermögen unter Beweis gestellt hat“, erklärt Radić. Vom Potenzial des Neuzugangs zeigt sich der Trainer der Biber überzeugt: „Er besitzt ein enormes Entwicklungspotenzial und bringt trotz seines jungen Alters bereits viel Qualität mit. Alen verfügt über eine starke Wurfkraft, ist im Eins-gegen-eins sehr dynamisch und ist bereit Verantwortung zu übernehmen – auch von der Siebenmeterlinie“, so der Cheftrainer.
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