
Nachdem die Qualifikation für die A-Jugendbundesliga knapp verpasst wurde stand in den vergangenen Wochen die Qualifikation zur B-Jugendbundesliga an. Mit kleinem aber feinen Kader wurde die mitteldeutsche Qualifikation gut gemeistert. Der große Wurf von der direkten Qualifikation wurde jedoch knapp verpasst und so ging es in der bundesweiten Endrunde um eines der begehrten Tickets.
In einem durchaus verwirrenden Modus kämpften letztes Wochenende 19 Teams, um die letzten sechs Tickets. Wie die Gespräche mit anderen Mannschaften zeigten, wurde die Wahl der Austragungsorte durchaus als „unglücklich“ eingestuft. Die Erfahrung zeigt, dass die Qualität in der Spitze bei diesen bundesweiten Endrunden deutlich höher ist und so profitierten die Bauhausstädter von einer nachhaltig angelegten Kooperation mit dem SC Magdeburg, die uns an diesem Wochenende mit sechs Spielern unterstützten. Somit konnten wir mit einem in Breite und Tiefe ausgeglichenen Kader in das Wochenende starten. Auf Grund des Modus war klar, dass nur der Turniersieg Sicherheit bieten würde.
Im ersten Spiel wartete der TuS Vinnhorst auf unsere Jungs. Diese Hürde wurde souverän gemeistert, bevor die Mecklenburger Stieren auf uns warteten. In der vergangenen Bundesligasaison gewannen die Dessauer beide Spiele und hatten vor dies zu wiederholen. Hier hatten wir die Rechnung allerdings ohne den Wirt gemacht. Die Schweriner waren sehr gut auf unsere offensive Abwehr eingestellt und kamen immer wieder frei zum Abschluss. So ging es mit einer 19:18-Führung in die Pause. In der zweiten Hälfte wurde unsere Abwehr etwas defensiver eingestellt. So bekamen unsere Jungs deutlich besseren Zugriff auf den Gegner und am Ende steht ein verdienter 36:27 Sieg.
So ging es mit zwei Siegen in den zweiten Turniertag, bei dem wir auf die körperlich überlegenen Mannschaften aus Hamm/Ahlen sowie aus Hamburg trafen. Im ersten Spiel ging es gegen die Gastgeber, die engagiert ihren Heimvorteil nutzen wollten und die Stimmung in der Halle war angezündet. Die Dessauer Spieler sowie Anhänger hielten auf dem Platz und auch auf der Tribüne emotions- und lautstark dagegen. In einem körperlichen Spiel begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe und kämpften beherzt um jeden Ball. Die JSG Westfalen musste gewinnen, um aus eigener Kraft noch die Bundesliga erreichen zu können und wir hatten ebenfalls Druck, um das Endspiel gegen die SG Hamburg Nord zu erreichen. Am Ende der ersten Hälfte gelingt es den Dessauern sich etwas abzusetzen und so geht es mit 12:10 in die Pause. Der Beginn der zweiten Hälfte geht in der hitzigen Atmosphäre klar an die Spielgemeinschaft aus Hamm und Ahlen. Mit hoher Intensität und Willen wird das Spiel auf 14:15 gedreht. Aber unsere Jungs nehmen den Kampf an und aufgrund der neu dazugewonnen Dichte können wir nun auch situativ wechseln. Die kommenden Minuten gehören uns und wir setzen uns auf 20:18 ab. Wir lassen in der Phase aber einige freie Bälle liegen und stehen auf einmal kurz vor Ende mit 21:22 fast mit leeren Händen da. 40 Sekunden vor Ende stellen wir auf Unentschieden und kämpfen beherzt um den jeden Ball, gewinnen diesen und scheitern dramatisch mit dem letzten Wurf. Das Spiel endet 22:22 und die Dessauer haben nun das was sie wollten. Ein Endspiel gegen die SG Hamburg Nord. Klare Ausgangslage – wenn wir gewinnen sind wir durch.
Und nun zeigen die Jungs ihre mannschaftliche Geschlossenheit und individuelle Klasse. Nach nur drei gemeinsamen Trainingseinheiten sind die Abläufe noch nicht gefestigt aber jeder einzelne auf Platte und Bank wirft sich in dieses Endspiel, das wir zu einem Drittel in Unterzahl spielen müssen, da die Schiedsrichter ihre klare Linie aus den Spielen davor nicht weiterverfolgen. Wir stehen ein wenig defensiver in der Abwehr und verhindern so konsequent die Durchbrüche der Hamburger. Darunter leider unser Tempospiel ein wenig aber auch in Unterzahl überzeugen wir durch aufopferungsvollen Kampf. Über 3:1 und 5:2 setzen wir uns ab und führen 10:7 zur Pause. Trotz doppelter Unterzahl und drei Zeitstrafen in den ersten vier Spielminuten setzen wir uns zu Beginn der zweiten Hälfte weiter ab.
Hamburg lässt sich vorerst nicht abschütteln und bleibt bis zum 20:17 in der 32. Minute in Schlagdistanz. Die Dessauer sind nun aber im Abwehrrausch und verteidigen souverän gegen anstürmende Hamburger und belohnen sich mit einfachen Tempotoren. Die letzten Minuten des Spiels genießen alle Spieler, Trainer, Betreuer und Fans. Das Spiel endet 26:19 und der DRHV 06 qualifiziert sich zum zweiten Mal in Folge für die Jugendbundesliga.
Ein großer Erfolg in der noch jungen leistungsorientierten Nachwuchsarbeit der Dessauer die ohne die Unterstützung der Magdeburger nicht hätte realisiert werden können. Eltern und Spieler feiern nun ausgelassen und gehen glücklich aus dem emotionalen Wochenende. Neben den tollen Spielen, den emotionalen Momenten auf und neben der Platte bleibt vor allem das nervenaufreibende Abendessen der Eltern in Erinnerung. Aber, was lange währt, wird auch gut!
Die SG Hamburg Nord scheidet unglücklich auf Grund der schlechteren Tordifferenz aus und Kritik am Qualifikationsmodus ist durchaus berechtigt.
Ein RIESIGES DANKESCHÖN geht an alle unsere Unterstützer. Hier möchten wir die AppCon AG, Reinbothe Immobilien, IHM Stahlbau und Anlagenbau GmbH sowie alle die unserem Spendenaufruf gefolgt sind, hervorheben.






