
Jakub Powarzyński hatte beim Spiel gegen die Eulen Ludwigshafen gleich doppelten Grund zum Feiern: Zum einen gab er nach seiner Verletzungspause sein Saisondebüt, zum anderen durfte er sich über den Sieg gegen die Eulen freuen. | Foto: Norman Gunkel
Nach 60 hart umkämpften Minuten durften die Biber am Ende doch noch jubeln. Gegen die Eulen Ludwigshafen tat sich der Dessau-Roßlauer HV im ersten Durchgang schwer und ging mit einem 14:16-Rückstand in die Kabine. Doch nach dem Seitenwechsel zeigte der DRHV ein anderes Gesicht. Mit viel Einsatz und einer kämpferisch starken Defensive drehten die Hausherren die Partie und belohnten sich vor 1.489 Zuschauern mit einem 31:29-Erfolg. Erfolgreichster Werfer der Biber war Alen Hadzimuhamedovic mit sieben Treffern.
Die Gäste aus Ludwigshafen mussten ohne Vincent Bülow auskommen. Der ehemalige DRHV-Kapitän hatte sich beim Saisonauftakt der Eulen gegen den TuS Ferndorf verletzt und musste, wie schon in der letzten Saison, das Spiel von der Tribüne aus verfolgen.
Die Eulen erwischten den besseren Start und gingen früh in Führung. Die Biber hielten jedoch dagegen und verhinderten zunächst, dass sich Ludwigshafen absetzen konnte. Mit zunehmender Spieldauer schlichen sich beim DRHV allerdings immer wieder kleine Fehler ein. Mal fehlte im Abschluss die nötige Konsequenz, mal ging der Ball durch einen technischen Fehler verloren. So wuchs der Rückstand in der 20. Minute beim 9:12 erstmals auf drei Tore an. Als die Eulen wenig später sogar auf 14:10 davonzogen, reagierte DRHV-Cheftrainer Vanja Radić und holte seine Mannschaft zur Auszeit zusammen. Doch auch danach blieb Ludwigshafen zunächst vorne.
Ein entscheidender Faktor war erneut das Torhüterduell. Fünf Minuten vor der Pause standen für die Biber lediglich zwei Paraden zu Buche, während die Eulen bereits sieben Würfe entschärft hatten. Trotzdem kämpfte der DRHV weiter und verkürzte den Rückstand kurz vor der Halbzeit. Alen Hadzimuhamedovic verwandelte in der 30. Minute einen Siebenmeter sicher zum 14:16-Halbzeitstand.
Defensive wird zum Schlüssel
Nach dem Seitenwechsel war klar: Die Biber mussten sich steigern. Und genau das taten sie. Zwar verteidigten die Eulen ihren knappen Vorsprung zunächst weiter, doch auch im Angriff der Gäste häuften sich nun die Fehler. Gleichzeitig steigerte sich Philip Ambrosius im DRHV-Tor und gab seiner Mannschaft mit wichtigen Paraden zusätzliche Sicherheit. Davor kämpfte die Defensive um jeden Ball und jeden Zentimeter. Der DRHV erhöhte den Druck und arbeitete sich Stück für Stück zurück in die Partie.
In der 47. Minute war es schließlich Alen Hadzimuhamedovic, der die Aufholjagd vollendete und zum 22:22-Ausgleich traf. Die Anhalt-Arena wurde jetzt endgültig zum Hexenkessel. Nur drei Minuten später brachte Yannick Danneberg die Biber mit 24:23 erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung. Spätestens jetzt hielt es keinen der 1.489 Zuschauer mehr auf den Sitzen. Yannick-Marcos Pust legte wenig später nach und erhöhte auf 25:23. Doch entschieden war die Partie noch lange nicht. Die Eulen hielten dagegen und kamen sieben Minuten vor dem Ende durch Robin Eisel erneut beim 25:25 zum Ausgleich.
Grüner eröffnet die Crunchtime
Damit war alles angerichtet für eine packende Schlussphase. Die Biber behielten in dieser entscheidenden Phase die Nerven und setzten das nächste Ausrufezeichen. Tim Grüner vollendete sehenswert per Kempa nach Anspiel von Yannick-Marcos Pust und brachte den DRHV mit 28:27 erneut in Führung.
Kurz darauf setzte sich Mika Schüler entschlossen durch und stellte den Vorsprung wieder auf zwei Tore. Die Eulen versuchten noch einmal alles, doch die Biber verteidigten ihren knappen Vorsprung mit großem Einsatz bis zur Schlusssirene.
Als die letzten Sekunden herunterliefen, war der Jubel in der Anhalt-Arena riesig. Mit 31:29 bezwingt der Dessau-Roßlauer HV die Eulen Ludwigshafen und feiert damit die ersten beiden Punkte in der noch jungen Saison in der 2. Handball-Bundesliga.
Stimme zum Spiel
„Es war ein richtig intensives und umkämpftes Spiel, in dem beide Mannschaften hart für jeden Ball arbeiten mussten. Gerade deshalb bin ich unglaublich stolz auf die Jungs. Nach einer schwierigen Vorbereitung und der Niederlage in Emsdetten wollten wir unbedingt zeigen, dass wir es zu Hause besser machen können. In den letzten 20 Minuten sind wir ruhig geblieben, haben im Angriff keine wilden Sachen gemacht und in der Abwehr brutal dagegengehalten. Die Halle hat uns dabei unglaublich geholfen und noch einmal zusätzliche Emotionen freigesetzt. Am Ende haben wir den Sieg gemeinsam erkämpft – und dafür bin ich mehr als stolz auf die Jungs und das, was sie investiert haben.“
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Spieldaten
DRHV 06 – Eulen Ludwigshafen 31:29 (14:16)
DRHV 06: Philip Ambrosius (4 Paraden), Janik Patzwaldt (2 Paraden) – Alen Hadzimuhamedovic (7/6), Marcel Nowak (6), Yannick Danneberg (5), Mihkel Löpp (3), Tim Grüner (3), Yannick-Marcos Pust (3), Valentin Neagu (2), Mika Schüler (2), David Mišových, Leon Ciudad, Jakub Powarzyński
Schiedsrichter: Lukas Müller / Robert Müller
Zeitstrafen: 8:6 Minuten (Marcel Nowak 2, Leon Ciudad 2, Mihkel Löpp 2, Jakub Powarzyński 2)
Siebenmeter: DRHV 06: 6/7 – Eulen Ludwigshafen: 3/4
Zuschauer: 1489 (Anhalt-Arena, Dessau-Roßlau)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06
Pressekonferenz: YouTube-Kanal DRHV 06






