
Yannick-Marcos Pust spielt aktuell seine achte Zweitligasaison, sechs davon im DRHV-Trikot. 677 Zweitligatore stehen bislang in seiner Statistik. Am Samstag gegen Potsdam sollen weitere dazukommen. | Foto: Norman Gunkel
Derbyzeit in der Anhalt-Arena! Am Samstagnachmittag empfangen die Biber den 1. VfL Potsdam zum ersten von drei Derbyduellen der Hinrunde auf heimischem Parkett. Im Oktober folgt das Aufeinandertreffen mit dem SC DHfK Leipzig, ehe im November der HC Elbflorenz Dresden in der Bauhausstadt gastiert. Anwurf gegen die Potsdamer ist bereits um 16:00 Uhr. Geleitet wird die Partie von den Schiedsrichtern Thomas Hörath und Timo Hofmann.
Vier Spiele, vier Siege – dazu zwei Erfolge im DHB-Pokal: Für die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagić hätte der Saisonstart kaum erfolgreicher verlaufen können. Dabei musste Potsdam insbesondere in den ersten beiden Ligaspielen bis zum Schluss um die Punkte kämpfen. Sowohl beim 27:26 in Coburg als auch beim 30:29-Heimerfolg gegen Hüttenberg setzte sich der VfL jeweils nur mit einem Tor durch. Gegen Hüttenberg fiel die Entscheidung sogar erst mit der Schlusssirene. Markus Mahr traf zum entscheidenden 30:29. Dass Potsdam in engen Spielen bis zum Schluss ruhig bleibt und in der entscheidenden Phase die richtigen Lösungen findet, haben die Biber bereits selbst erfahren müssen. In der Rückrunde der vergangenen Saison sorgte Mahr mit seinem Treffer zum 33:33-Endstand für einen späten Punktgewinn der Brandenburger.
Gerade diese Fähigkeit, enge Begegnungen in der entscheidenden Phase für sich zu entscheiden, macht den kommenden Gegner für DRHV-Cheftrainer Vanja Radić besonders gefährlich. „Vor allem in der Crunchtime strahlen sie sehr viel Ruhe aus und schaffen es immer wieder, in den entscheidenden Momenten die richtigen Dinge zu machen und solche Spiele für sich zu entscheiden. Das haben sie bereits im vergangenen Jahr mehrfach gezeigt. Wir haben das selbst erlebt, als wir lange geführt haben und am Ende noch unentschieden gespielt haben. Diese Qualität haben sie immer wieder unter Beweis gestellt, und auch in dieser Saison geht es so weiter. Ich glaube, das ist ihre größte Stärke – gepaart mit der enormen Konstanz, die sie an den Tag legen“, so Radić.
Nach den beiden knappen Auftakterfolgen setzte Potsdam zuletzt noch zwei Ausrufezeichen. Gegen den starken Aufsteiger TV Emsdetten gewann der VfL mit 34:31, anschließend folgte ein 23:19-Heimerfolg gegen die Eulen Ludwigshafen.
Ausgeglichen besetzter Potsdamer Kader
Die Qualität des VfL zeigt sich dabei nicht nur in den Ergebnissen, sondern auch in der Breite des Kaders. Das Team ist mit talentierten Spielern aus Deutschland, Österreich und Italien besetzt. Dass inzwischen drei Italiener zum Potsdamer Aufgebot gehören, ist auf die Verbindung zu Füchse-Manager Bob Hanning zurückzuführen, der bekanntlich seit Anfang 2025 als italienischer Nationaltrainer arbeitet.
Besonders auffällig ist die Ausgeglichenheit im Potsdamer Angriff. Nach den ersten vier Ligaspielen liegen die sechs besten Feldtorschützen mit ihren Trefferzahlen zwischen elf und 16 Toren. Ein klares Zeichen dafür, dass sich der VfL nicht auf einen einzelnen Leistungsträger verlassen muss, sondern die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Auch zwischen den Pfosten verfügt Potsdam über zwei zuverlässige Schlussleute. Maximilian Grundmann kommt aktuell auf 30 Paraden und eine Fangquote von 30 Prozent. Ein Faktor dafür, dass die Brandenburger in ihren bisherigen vier Ligaspielen lediglich 112 Gegentreffer hinnehmen mussten. Am Samstag wird Grundmann allerdings der einzige etatmäßige Torhüter im Kader sein. Frederik Höler fehlt, da er die Füchse Berlin zur IHF-Klub-Weltmeisterschaft begleitet. Hintergrund ist die Verletzung von Andreas Palicka die sich der Schwede beim jüngsten Berliner Bundesligaspiel gegen den Bergischen HC zuzog. Für Höler rückt der 19-jährigen Henning Lahuis von den Füchsen II in den Adler-Kader.
Biber wollen defensiv an Gummersbach anknüpfen
Für die Biber gilt es, die positiven Ansätze aus dem Pokalduell gegen den VfL Gummersbach mit in den Ligaalltag zu nehmen. Gegen den zwölfmaligen Deutschen Meister zeigte sich die DRHV-Defensive über weite Strecken gut eingestellt und stellte den Bundesligisten immer wieder vor Herausforderungen. Eine ähnlich stabile Abwehrleistung wird es auch gegen Potsdam brauchen. Gleichzeitig müssen die Biber im Angriff konsequenter werden. Denn die Chancen werden herausgespielt – zuletzt fehlte es allerdings an der nötigen Effizienz im Abschluss.
„Wir spielen am Samstag gegen ein Spitzenteam der 2. Handball-Bundesliga. Was ich bei unserer Mannschaft sehe, gefällt mir sehr gut: Wir gehen über die gesamte Spielzeit sehr intensiv in die Zweikämpfe. Besonders erfreulich ist, dass beide Torhüter zuletzt gute Leistungen gezeigt haben. Wenn wir es schaffen, die Torhüter- und Abwehrleistung über 60 Minuten auf hohen Niveau zu halten, werden wir auch im Angriff gute Lösungen finden, um das Spiel für uns zu entscheiden“, blickt Radić auf das Derby.
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Die letzten Duelle
1. VfL Potsdam – Dessau-Roßlauer HV 33:33 (13.02.2026)
Dessau-Roßlauer HV – 1. VfL Potsdam 35:29 (06.09.2025)
Übertragung
Live-Stream: Das Spiel wird ab 16:00 Uhr auf DYN und im MDR übertragen
Live-Ticker: Live-Ticker 2. HBL
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