
DRHV-Cheftrainer Vanja Radić hofft, dass sich sein Team am Sonntag gegen Lübeck mit Punkten belohnen kann. | Foto: Norman Gunkel
Der nächste harte Brocken wartet auf die Biber. Am Sonntagnachmittag empfängt der DRHV den VfL Lübeck-Schwartau in der Anhalt-Arena. Während die Norddeutschen mit 10:2 Punkten aus dem oberen Tabellendrittel grüßen, finden sich die Biber nach sechs Spieltagen mit 2:10 Punkten derzeit am anderen Ende der Tabelle wieder. Anwurf der Partie ist um 17:00 Uhr. Geleitet wird das Duell von den Schiedsrichtern Nils Blümel und Frederic Linker.
Für den VfL Lübeck-Schwartau läuft es bislang richtig gut. Mit 10:2 Punkten belegt die Mannschaft von Trainer David Röhrig aktuell den vierten Tabellenplatz und hat damit den besten Saisonstart seit der Spielzeit 2017/18 hingelegt. Damals beendeten die Norddeutschen die Saison auf Rang drei. Auch in dieser Spielzeit hat der VfL bislang eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass mit ihm zu rechnen ist. Ein konkretes Saisonziel haben die Lübecker bislang nicht öffentlich formuliert. Nach sechs Spieltagen steht allerdings fest: Die Mannschaft überzeugt mit Konstanz und steht nicht ohne Grund im oberen Tabellendrittel.
Entscheidung um Leipzig-Niederlage noch offen
Die einzige Niederlage kassierte der VfL beim Bundesligaabsteiger SC DHfK Leipzig. Mit 32:33 musste man sich am dritten Spieltag denkbar knapp den Sachsen geschlagen geben. Ob es bei diesem Ergebnis bleibt, ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. Die 2. Kammer des Bundessportgerichts des Deutschen Handballbundes beschäftigt sich derzeit mit dem Einspruch der Lübecker.
Hintergrund ist die Schlussphase der Partie: Leipzig war wenige Sekunden vor dem Ende im Angriff, verlor beim Spiel mit sieben Feldspielern den Ball. Lübecks Einar Nickelsen nahm das Spielgerät auf und passte im Fallen zu Ole Hagedorn, der die große Chance auf den Ausgleich hatte. Das Leipziger Tor war zu diesem Zeitpunkt noch leer. Doch Leipzigs Anton Voß umklammerte seinen Gegner, ließ ihn nicht zum Wurf kommen. Die Schiedsrichter entschieden auf Freiwurf für Lübeck. Die Gäste forderten allerdings einen Siebenmeter und eine Disqualifikation für Voß. Hintergrund ist die Regel in den letzten 30 Sekunden, in denen ein regelwidriges Foul oder eine Spielverzögerung der Abwehr fast immer zu einer Disqualifikation (Rote Karte) und einem 7-Meter-Strafwurf führt. Zusätzlich monierten die Lübecker im Nachgang eine Behinderung der schnellen Freiwurfausführung durch Leipzigs Dean Bombac. Auch dafür hätte es einen Strafwurf geben können. Da die geforderten Entscheidungen ausblieben, beschreitet der VfL den offiziellen Rechtsweg und fordert eine Aufhebung der Spielwertung sowie eine Neuansetzung der Partie. Eine Entscheidung steht noch aus.
Auch im Pokal ganz nah an der Überraschung
Dass der VfL derzeit nicht zufällig im oberen Tabellendrittel steht, zeigte sich auch im DHB-Pokal. In der zweiten Runde empfingen die Lübecker die SG Flensburg-Handewitt und waren dabei lange Zeit ganz nah an einer Überraschung. Vor ausverkauftem Haus in der „Hansehölle“ führte der VfL zur Halbzeit mit 19:16 und behauptete seinen Drei-Tore-Vorsprung sogar bis zur 42. Minute. Dann allerdings folgte ein 7:1-Lauf der Flensburger, mit dem die Partie kippte. Am Ende setzte sich der Bundesligist mit 38:35 durch.
Herausragender Akteur auf Lübecker Seite war Ole Hagedorn, der elf Treffer erzielte. Er ist nur einer von mehreren wurfgewaltigen Rückraumspielern, die der VfL in seinen Reihen hat. Egal, wer bei den Norddeutschen gerade auf der Platte steht: Aus dem Rückraum geht nahezu permanent Torgefahr aus.
Fehler verringern, um Punkte zu holen
Beim DRHV bleibt man trotz der aktuellen Tabellensituation ruhig. Denn gerade die Leistungen der vergangenen Wochen geben Anlass zur Hoffnung, dass sich die Biber schon bald für ihren Aufwand belohnen werden. Zuletzt in Minden war der DRHV lange auf Augenhöhe. Nach einem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand kämpften sich die Biber zurück in die Partie und gingen im zweiten Abschnitt sogar selbst in Führung. Am Ende waren es einige Fehler zu viel in der Schlussphase, die dafür sorgten, dass die Mannschaft ohne Punkte aus Ostwestfalen zurückkehrte. Genau diese Kleinigkeiten gilt es nun abzustellen.
DRHV-Cheftrainer Vanja Radić weiß deshalb, worauf es gegen den VfL Lübeck-Schwartau ankommen wird: „Wir müssen Lübeck in Griff bekommen. Sie sind sehr eingespielt und verfügen über starke individuelle Fähigkeiten. Man merkt, dass die Spieler schon länger zusammenspielen und dadurch auf einem hohen Niveau harmonieren. Das ist sicherlich ein Grund dafür, warum sie aktuell so erfolgreich sind. Dazu kommt ihre offensive Abwehr, die sehr kompakt steht und viele Gegner vor große Herausforderungen stellt. Für uns wird es deshalb wichtig sein, im Angriff geduldig zu bleiben und gleichzeitig mit der nötigen Entschlossenheit in die Lücken zu gehen. Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren und den Blick für den Nebenmann behalten, weil sie sehr gut verdichten und die Räume eng machen. Die vergangenen Spiele haben gezeigt, dass uns oft nicht viel gefehlt hat. Trotz aller Hindernisse, die momentan vor uns liegen, nehmen die Jungs die Situation sehr ernst und investieren alles. Wir können aktuell nicht erwarten, dass bei uns vor allem in der Abwehr alles reibungslos funktioniert, wenn dort teilweise Spieler gemeinsam auf dem Feld stehen, die so noch nie zusammengespielt haben. Aber der Wille ist bei jedem Einzelnen da. Man sieht, dass keiner nachlässt und jeder versucht, noch mehr zu investieren. Wir wissen, dass wir es können – jetzt geht es vor allem darum, geduldig zu bleiben und weiter an uns zu glauben.“
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Die letzten Duelle
Dessau-Roßlauer HV – VfL Lübeck-Schwartau 34:29 (08.02.2026)
VfL Lübeck-Schwartau – Dessau-Roßlauer HV 33:29 (31.08.2025)
Übertragung
Live-Stream: Das Spiel wird ab 17:00 Uhr auf DYN übertragen
Live-Ticker: Live-Ticker 2. HBL
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