
Vanja Radić geht mit einem guten Gefühl in seine zweite Saison als Cheftrainer bei den Bibern. I Foto: Christoph Pabel
Fünf Wochen Vorbereitung auf die Saison 2026/27 liegen hinter den Bibern – fünf Wochen, in denen geschwitzt, getestet, trainiert, gespielt und vor allem als Mannschaft gearbeitet wurde. Los ging es am 13. Juli mit den obligatorischen medizinischen Check-ups und Leistungstests. Danach standen zahlreiche Kraft-, Lauf- und Handballeinheiten auf dem Programm. Insgesamt sieben Testspiele absolvierten die Biber in der Vorbereitungsphase.
Ab dem ersten Tag der Vorbereitung gab es gefühlt täglich neue Herausforderungen zu bewältigen. Vor allem die Verletzungssituation stellte Cheftrainer Vanja Radić und sein Team vor eine schwierige Aufgabe. Insgesamt sechs Spieler mussten in den vergangenen Wochen verletzungsbedingt passen – fast eine komplette Mannschaft.
Die lange Verletztenliste hatte nicht nur Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb, sondern machte auch die personelle Planung der Testspiele deutlich schwieriger. Gleichzeitig war der DRHV gezwungen, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Nach dem Kreuzbandriss von Martin Březina wurde mit Mihkel Löpp kurzfristig ein neuer Spielgestalter verpflichtet. Der Este fand sich ohne große Anlaufschwierigkeiten bei den Bibern zurecht und integrierte sich schnell in die Mannschaft. Auch die weiteren Neuzugänge Alen Hadzimuhamedovic, Tim Grüner, Niklas Döbbel und Leon Ciudad haben sich gut in das Team eingefügt und konnten die Vorbereitung nutzen, um sich mit ihren neuen Mitspielern und den Abläufen vertraut zu machen. Dazu erhielt der DRHV Unterstützung von den YoungsterS aus Magdeburg, die Torhüter Willi Lücke via Zweitspielrecht die komplette Vorbereitung bei den Bibern absolvieren ließen.
„Wir mussten Tag für Tag neu planen, weil nahezu jeden zweiten Tag eine neue Nachricht kam. Mich als Trainer und Sportlichen Leiter hat das extrem gefordert. Auf der einen Seite mussten wir den Spielermarkt noch einmal komplett sondieren und schauen, welche Optionen es gibt. Gleichzeitig standen wir ständig im Austausch mit der medizinischen Abteilung, um einzuschätzen, wie lange die einzelnen Spieler ausfallen und wie weit die Regeneration bei der ein oder anderen Sache ist. Auf der anderen Seite hat es mir die Mannschaft einfach gemacht, weil sie offen und bereit war, diese Herausforderungen anzunehmen. Zudem ist unsere Nachwuchsarbeit mittlerweile so gut entwickelt, dass wir immer wieder drei oder vier Nachwuchsspieler ins Training integrieren konnten. So konnten wir trotz der personellen Probleme jederzeit gut trainieren“, erklärt Radić.
Potenzial gezeigt, Konstanz gesucht
Ergebnistechnisch spiegeln die sieben Testspiele jedoch nicht vollständig wider, welches Potenzial in der neu formierten Mannschaft steckt. In allen Spielen zeigte das Team immer wieder, wozu es in der Lage ist. Über 60 Minuten gelang es allerdings noch nicht konstant, dieses Potenzial abzurufen. Ein Grund dafür war unter anderem die angespannte Personalsituation.
„Die Ergebnisse in den Testspielen waren für uns diesmal gar nicht so wichtig. Viel wichtiger war es, in verschiedensten Konstellationen zu spielen, und das haben wir bis zum letzten Spiel so gehandhabt. Hauptsache, die Jungs spielen viel miteinander und die Laufwege stimmen. Wie gut uns das gelungen ist, wird sich im Laufe der Saison zeigen. Wir hatten viele knappe Spiele und haben gesehen, was wir im Tempospiel leisten können und dass wir immer in der Lage sind, den Gegner vor schwierige Aufgaben zu stellen. Jetzt müssen wir mit unserem kleinen Kader darauf achten, eine stabile Abwehr zu stellen, die über 60 Minuten funktioniert. Es geht darum, konstant gute Leistungen abzurufen und vor allem gesund zu bleiben. Jeder kennt seine Rolle im Team und versucht, diese bestmöglich zu erfüllen“, so der Cheftrainer.
Biber fiebern dem Pflichtspielstart entgegen
Trotz aller Herausforderungen, die Stimmung innerhalb der Mannschaft stimmt seit dem ersten Tag. Neben den intensiven Trainingseinheiten und Testspielen blieb auch Zeit, gemeinsam abseits der Platte zu arbeiten. Verschiedene Teambuilding-Maßnahmen sorgten für Abwechslung und halfen dabei, die neuen Spieler schnell zu integrieren sowie sich als Team zu finden und zu festigen.
Wie weit die Biber zum Saisonstart tatsächlich sind, wird sich erstmals am Freitagabend zeigen. Mit dem DHB-Pokalspiel beim ASV Hamm-Westfalen wartet gleich zum Auftakt eine anspruchsvolle Herausforderung gegen den Zweitligaaufsteiger.
Eines steht allerdings schon jetzt fest: Die Vorfreude auf den Saisonstart ist groß. Die Spieler sind heiß auf die ersten Pflichtspiele und bereit, alles für den gemeinsamen Erfolg zu geben. Nun gilt es, die letzten Tage vor dem Pflichtspielstart zu nutzen und die Energie aus fünf intensiven Wochen mit in die neue Saison zu nehmen.
Die Biber sind bereit. Die Saison 2026/27 kann kommen!






