
Schwerstarbeit für die DRHV-Defensive gegen den Tabellenführer aus Hagen, die ihre Sache vor allem in der Schlussviertelstunde richtig gut machte. | Foto: Norman Gunkel
Bittere Niederlage für die Biber: Der Dessau-Roßlauer HV verlangte dem Tabellenführer aus Hagen über 60 Minuten alles ab, holte in der zweiten Halbzeit sogar einen Sieben-Tore-Rückstand auf und stand am Ende dennoch mit leeren Händen da. Nach einer hochdramatischen Schlussphase unterlag der DRHV dem VfL Eintracht Hagen denkbar knapp mit 31:32. Erfolgreichster Werfer der Biber war Mika Schüler mit acht Treffern.
Wieder zurück im Aufgebot der Biber war Niklas Döbbel. Nach seiner Knieverletzung hatte der Rückraumspieler bereits die gesamte Woche seinem Comeback entgegengefiebert und war entsprechend motiviert, gegen den Tabellenführer wieder mit dabei zu sein. Verzichten mussten die Biber dagegen auf Jakub Powarzyński. Der Pole, der gegen die Eulen Ludwigshafen erst kürzlich sein Comeback gefeiert hatte, zog sich einen Ermüdungsbruch im linken Schienbein zu und wird der Mannschaft damit in den kommenden Wochen erneut nicht zur Verfügung stehen.
Dass der DRHV weiterhin personell gebeutelt in die Partie ging, war in den Anfangsminuten allerdings nicht zu spüren. Die Biber starteten mutig und gingen in der siebten Minute durch David Mišových mit 4:2 in Führung. Hagen antwortete zwar prompt mit dem Ausgleich, doch die Hausherren blieben zunächst dran und legten immer wieder vor.
Erst Mitte der ersten Halbzeit zeigte der Tabellenführer seine ganze Klasse. Vor allem im Angriff agierten die Gäste nun deutlich entschlossener und gingen in der 17. Minute durch Philip Jungemann erstmals mit 10:9 in Führung. Anschließend hatte der DRHV etwas Pech im Angriff, was Hagen konsequent ausnutzte und sich kurz darauf auf 13:9 absetzte.
Doch die Biber kämpften sich zurück. Marcel Nowak verkürzte in der 24. Minute auf 12:14, musste anschließend jedoch nach seiner zweiten Zeitstrafe zunächst pausieren. Zwei technische Fehler auf Seiten des DRHV nutzte der Spitzenreiter anschließend eiskalt aus und erhöhte auf 17:12.
Das bis dahin starke Spiel der Biber wurde vom Tabellenführer gnadenlos bestraft. Dennoch gab sich der DRHV nicht auf. Vor allem Philip Ambrosius hielt seine Mannschaft mit sechs Paraden im ersten Durchgang im Spiel und verhinderte, dass der Rückstand weiter anwuchs. Mit einem 14:17 ging es schließlich in die Kabinen.
Biber kämpfen sich eindrucksvoll zurück
Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte Hagen den Druck und hielt die Dessau-Roßlauer zunächst weiter auf Distanz. Die Gäste bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus, als Dustin Kraus in der 43. Minute zum 25:18 traf. Doch wer dachte, der DRHV würde sich geschlagen geben, wurde eines Besseren belehrt. Tor um Tor kämpften sich die Biber zurück in die Partie. Valentin Neagu traf in der 50. Minute zum 24:27 und brachte den DRHV wieder näher heran. Spätestens jetzt war auch die Anhalt-Arena endgültig da. Die 1.324 Zuschauer feuerten ihre Mannschaft lautstark an und verwandelten die Halle in der entscheidenden Phase in einen Hexenkessel.
In der 52. Minute bot sich dann die Chance, beim Stand von 25:27 bis auf einen Treffer heranzukommen. Yannick Danneberg nutzte die Möglichkeit. Wenig später hatte der DRHV sogar mehrfach die Gelegenheit zum Ausgleich. Zweimal blieb der Treffer zunächst aus – doch die Biber ließen nicht locker. Mika Schüler traf in der 55. Minute zum viel umjubelten 27:27-Ausgleich. Die Anhalt-Arena stand Kopf. Und es sollte noch besser kommen: Kurz darauf brachte David Mišových sein Team beim 29:28 erstmals wieder in Führung.
Dramatische Crunchtime mit bitterem Ende
Alles war angerichtet für eine hochdramatische Schlussphase. Die Partie wogte nun hin und her, beide Mannschaften kämpften um jeden Ball und jedes Tor. Am Ende sollte der Tabellenführer jedoch das bessere Ende für sich haben. Im letzten Angriff befanden sich die Biber in doppelter Unterzahl und konnten den entscheidenden Treffer nicht mehr verhindern. Benedikt Israel erzielte das Tor zum 31:32-Endstand.
Stimme zum Spiel
„Hagen hat mit seinem Pressing sehr gut und clever agiert. Da haben wir uns schwer getan und werfen ihnen die Bälle direkt in die Hände. In solchen Situationen fehlt uns manchmal noch etwas Erfahrung. Dadurch konnte sich Hagen absetzen. Besonders stolz bin ich aber darauf, dass die Mannschaft nicht den Kopf hängen gelassen hat, sondern immer weitergemacht hat. Ich finde, dass wir über die gesamten 60 Minuten eine brutal gute Abwehr gespielt und auch das Sieben-gegen-sechs des Gegners über weite Strecken sehr gut verteidigt haben. Was die Jungs da über die komplette Spielzeit geleistet haben, macht mich sehr stolz. Natürlich hatten wir noch zwei, drei oder vielleicht sogar vier hundertprozentige Chancen, die wir liegen lassen. Mit etwas mehr Konsequenz hätten wir vielleicht selbst mit zwei Toren führen können. Aber wir trauern diesen Situationen nicht hinterher. Wir wollen das Gefühl aus diesem Spiel mitnehmen. Die Halle ist am Ende komplett aufgestanden – und genau diese kämpferische Leistung, diese Leidenschaft und diese Energie wollen wir mit in die kommenden Spiele nehmen.“
Anzeige
Spieldaten
DRHV 06 – VfL Eintracht Hagen 31:32 (14:17)
DRHV 06: Philip Ambrosius (11 Paraden / 1 Tor), Janik Patzwaldt – Mika Schüler (8), Marcel Nowak (6), Tim Grüner (6), Yannick Danneberg (3), David Mišových (3), Valentin Neagu (2), Leon Ciudad (1), Mihkel Löpp (1), Yannick-Marcos Pust, Niklas Döbbel, Alen Hadzimuhamedovic,
Schiedsrichter: Konrad Gimmler / Jannik Rips
Zeitstrafen: 14:2 Minuten (David Mišových 2, Tim Grüner 2, Mika Schüler 2, Valentin Neagu 2, Leon Ciudad 2, Marcel Nowak 4)
Siebenmeter: DRHV 06: 0/0 – VfL Eintracht Hagen: 7/7
Zuschauer: 1324 (Anhalt-Arena, Dessau-Roßlau)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06
Pressekonferenz: YouTube-Kanal DRHV 06






