
Zum dritten Mal in dieser Saison durfte der DRHV vor heimischem Publikum einen Heimsieg feiern. | Foto: Norman Gunkel
Der Dessau-Roßlauer HV hat das Mitteldeutsche Derby gegen den Erstliga-Absteiger SC DHfK Leipzig für sich entschieden. Vor 2.049 Zuschauern in der Anhalt-Arena setzten sich die Biber in einer spannenden und umkämpften Partie mit 36:33 (20:17) durch und feierten damit ihren dritten Saisonsieg. Nach einem furiosen Start und einer zwischenzeitlichen Aufholjagd der Gäste bewies der DRHV in der Schlussphase Nervenstärke. Erfolgreichster Werfer der Dessau-Roßlauer war Alen Hadzimuhamedovic mit zwölf Treffern.
Die Dessau-Roßlauer benötigten vier Minuten, um erstmals zu treffen und richtig in die Partie zu finden. Danach legten sie allerdings richtig los: Nur vier Minuten später stand es bereits 6:1 für die Hausherren. Leipzigs Cheftrainer Frank Carstens reagierte früh mit einer Auszeit, um den Lauf der Biber zu stoppen. Doch der DRHV blieb am Drücker und baute seinen Vorsprung weiter aus. In der elften Spielminute verwandelte Alen Hadzimuhamedovic einen Siebenmeter zum 10:3. Sieben Tore Vorsprung – es war der beste Start der Biber in eine Partie in dieser Saison.
Auch Torhüter Philip Ambrosius war von Beginn an zur Stelle und unterstützte seine Vorderleute mit wichtigen Paraden. Doch der SC DHfK Leipzig ließ sich trotz des deutlichen Rückstands nicht abschütteln. Mit zunehmender Spielzeit fanden die Sachsen besser ins Spiel und verkürzten den Abstand. Lukas Binder brachte seine Mannschaft in der 25. Minute beim 16:14 wieder auf zwei Tore heran. In dieser Phase leisteten sich die Dessau-Roßlauer einige Fehler und Fehlwürfe zu viel, die Leipzig konsequent bestrafte. Dennoch behaupteten die Gastgeber ihren Vorsprung und gingen mit einer 20:17-Führung in die Halbzeitpause.
DRHV behält in der Crunchtime die Nerven
Die Aufgabe für die zweite Halbzeit war damit klar: den Vorsprung verteidigen und dem zu erwartenden Druck der Leipziger standhalten. Doch der Wiederbeginn verlief aus Sicht der Biber alles andere als optimal. Im Angriff wollte zunächst nichts gelingen, während die Gäste Tor um Tor aufholten. In der 38. Minute stellte Dean Bombač mit seinem Treffer zum 20:20 den Ausgleich her.
Eine Minute später erlöste Hadzimuhamedovic die Hausherren mit einem verwandelten Siebenmeter und brachte den DRHV wieder in Führung. In der 41. Minute kippte die Partie dennoch kurzzeitig zugunsten der Gäste: Staffan Peter traf zur 22:21-Führung für Leipzig. Die Biber hielten dagegen, kämpften sich zurück und eroberten die Führung wieder zurück. Angeführt vom treffsicheren Hadzimuhamedovic, der elf Minuten vor dem Ende bereits seinen zehnten Treffer erzielte und auf 28:26 stellte, behaupteten die Dessau-Roßlauer ihren Vorsprung. Fünf Minuten vor dem Abpfiff lagen sie beim 32:29 wieder mit drei Toren vorn.
Der Schreckmoment der Partie ereignete sich in der 56. Minute, als Leipzigs Kreisläufer Moritz Preuß DRHV-Kapitän Marcel Nowak bei einem Torwurf stieß. Da Nowak sich nicht mehr abfangen konnte und auf die Hüfte knallte, musste er minutenlang auf dem Parkett behandelt werden. Preuß sah für das Foul die Rote Karte. Nach der Partie wurde Nowak zur weiteren Untersuchung ins Städtische Klinikum gebracht.
Trotz dieses Schreckmoments ließen sich die Biber in der Schlussphase nicht aus dem Konzept bringen. Als Philip Ambrosius ins verwaiste Leipziger Tor traf und auf 34:29 erhöhte, war die Vorentscheidung gefallen. Die Dessau-Roßlauer brachten den Vorsprung über die Zeit und feierten unter dem Jubel der 2.049 Zuschauer einen verdienten 36:33-Derbysieg gegen Leipzig.
Stimme zum Spiel
„Ich finde, dass wir den Sieg absolut verdient haben. Stark war die erste Viertelstunde der ersten Halbzeit. Richtig beeindruckt hat mich jedoch der Beginn der zweiten Hälfte. Wir machen acht Minuten lang kein Tor, obwohl wir uns gute Chancen erspielen, lassen uns davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Die Jungs behalten den Kopf oben, arbeiten weiter und geben nicht auf. Als Leipzig dann zwischenzeitlich mit einem Tor in Führung geht, schaffen wir es, das Spiel wieder in unsere Richtung zu drehen. Das war für mich das Highlight der Partie. In diesem Moment hatte ich das Gefühl, dass Leipzig uns heute nicht schlagen kann.“
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Spieldaten
DRHV 06 – SC DHfK Leipzig 36:33 (20:17)
DRHV 06: Philip Ambrosius (16 Paraden I 1 Tor), Janik Patzwaldt – Alen Hadzimuhamedovic (12/9), Yannick-Marcos Pust (6), Mika Schüler (4), Carl-Phillip Haake (4), Marcel Nowak (3), Valentin Neagu (3), Yannick Danneberg (2), Mihkel Löpp (1), David Mišových, Simon Sirot, Niklas Döbbel, Leon Ciudad Benitez
Schiedsrichter: Marvin Völkening / Jonas Zollitsch
Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Leon Ciudad Benitez 2, Mihkel Löpp 2, Carl-Phillip Haake 2)
Siebenmeter: DRHV 06: 9/9 – SC DHfK Leipzig: 3/3
Zuschauer: 2049 (Anhalt-Arena, Dessau-Roßlau)
Highlight-Clip: YouTube-Kanal DRHV 06






