
Neben Mika Schüler waren Jakub Powarzyński und David Mišových mit jeweils fünf Treffern die erfolgreichstne Torschützen beim DRHV. I Foto: Norman Gunkel
Seit 2013 warten die Biber in einem Pflichtspiel in der Anhalt-Arena auf einen Heimsieg gegen den HSC 2000 Coburg. Diese Serie sollte am 20. Spieltag eigentlich enden – doch nach 60 Minuten blieb dieser Wunsch unerfüllt. Mit einer deutlichen 29:36-Niederlage (14:19) musste sich der Dessau-Roßlauer HV geschlagen geben und startet damit mit einem Rückschlag in die englische Woche. Bereits am Mittwoch steht die nächste schwere Auswärtsaufgabe an, wenn die Biber in der EmslandArena auf die HSG Nordhorn-Lingen treffen. Nur wenige Tage später, am Samstag, empfängt man dann die Eulen Ludwigshafen in der Anhalt-Arena.
Nur einmal lagen die Hausherren vom Dessau-Roßlauer HV in der Begegnung in Führung: Mika Schüler traf in der dritten Spielminute zum 2:1. Ansonsten war es der HSC 2000 Coburg, der immer wieder vorlegte, ohne sich zunächst entscheidend absetzen zu können. Die Biber blieben bis zur 20. Spielminute in Schlagdistanz.
Mit zunehmender Spieldauer häuften sich jedoch die Fehler auf Dessau-Roßlauer Seite. Technische Fehler und fehlender Zugriff in der Defensive ermöglichten es den Gästen, ihren Vorsprung auszubauen. In der 24. Spielminute sah sich DRHV-Coach Vanja Radić beim Stand von 11:16 zur Auszeit gezwungen, um sein Team neu einzustellen.
Mit der Hereinnahme von Fritz-Leon Haake kam neuer Schwung ins Angriffsspiel der Hausherren. Haake selbst verkürzte in der 28. Minute auf 13:17 und leitete damit eine kurze Drangphase ein. Dennoch ging der DRHV mit einem 14:19-Rückstand in die Halbzeitpause.
Partie ist Mitte der zweiten Halbzeit entschieden
Die Biber waren nun im zweiten Abschnitt gefordert, den Rückstand schnell zu verkürzen. Das gelang zwischenzeitlich zwar, ohne die Partie jedoch wieder vollständig zu öffnen. Marcel Nowak, der zuvor im Spiel gleich zweimal an Pfosten oder Latte gescheitert war, verkürzte in der 44. Minute auf 24:27 und brachte sein Team noch einmal auf drei Tore heran.
Das Momentum kippte jedoch nicht zugunsten der Hausherren. Eine Zweiminutenstrafe gegen Julius Drachau sowie zwei vergebene Siebenmeter in Folge verhinderten eine weitere Annäherung. Stattdessen nutzten die Gäste ihre Chancen konsequent: Kreisläufer Nils Röller erhöhte in der 48. Minute die Coburger Führung auf 30:24 und sorgte damit für die Vorentscheidung.
In der Schlussphase setzte der Dessau-Roßlauer HV acht Minuten vor Spielende auf den siebten Feldspieler, um den Rückstand noch einmal zu verkürzen. Doch auch diese Maßnahme blieb ohne Erfolg. Gleich dreimal verlor man den Ball, was die Gäste mit Treffern ins verwaiste Tor bestrafte. Beim Stand von 26:35 (54. Minute) war der Rückstand auf neun Tore angewachsen.
Am Ende musste sich der DRHV mit 29:36 geschlagen geben. Eine verdiente Heimniederlage gegen Coburg – verbunden mit der Erkenntnis, dass der erste Liga-Heimsieg gegen die Oberfranken seit 2013 weiterhin auf sich warten lässt.
DRHV-Trainer Vanja Radić fand nach der verdienten Niederlage klare Worte zur Leistung seines Teams: „So wie sich Coburg in der Hinrunde über die Heimniederlage gegen uns geärgert hat, tun wir es heute. Vor allem nach dem tollen Rückrundenstart, den wir hingelegt haben. Leider ist es uns heute nicht gelungen, die sehr gute Deckung von Coburg zu knacken. Auch unser Tempospiel hat nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine Phase, in der wir die Chance hatten, bis auf zwei Tore heranzukommen. Hier funktionierte unser Tempospiel besser, wir kamen schnell von der Abwehr in den Angriff und haben Verantwortung übernommen sowie entschlossen agiert. Doch dann kassieren wir eine Zeitstrafe, verwerfen zwei Siebenmeter und fallen wieder in ein kleines Loch. Am Ende hat uns heute die nötige Entschlossenheit gefehlt, ebenso wie erfolgreiche Abschlüsse aus dem Rückraum, um die defensive Abwehr weiter nach vorne zu locken.“
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SPIELDATEN
DRHV 06 – HSC 2000 Coburg 29:36 (14:19)
DRHV 06: Philip Ambrosius (6 Paraden), Janik Patzwaldt (5 Paraden) – Mika Schüler (5), Jakub Powarzyński (5), David Mišových (5/3), Fritz-Leon Haake (3), Fynn Gonschor (3), Carl-Phillip Haake (3), Valentin Neagu (1), Yannick-Marcos Pust, Julius Drachau, Tim Hertzfeld, Luka Baumgart
Schiedsrichter: Konrad Gimmler / Jannik Rips
Zeitstrafen: 10:8 Minuten (Valentin Neagu 2, Julius Drachau 4, Jakub Powarzyński 4)
Siebenmeter: DRHV 06: 3/5 – HSC 2000 Coburg: 2/4
Zuschauer: 1589 (Anhalt-Arena, Dessau)
Pressekonferenz: YouTube-Kanal DRHV 06






