
Leon Ciudad Benitez wechselte im Sommer vom Ligakonkurrenten VfL Lübeck-Schwartau zum DRHV 06. | Foto: Christoph Pabel
Mit Leon Ciudad Benitez konnte der Dessau-Roßlauer HV einen spannenden Neuzugang für die Saison 2026/27 verpflichten. Der 24-jährige Kreisläufer wechselte vom Ligakonkurrenten VfL Lübeck-Schwartau in die Bauhausstadt und bringt bereits jede Menge Erfahrung aus der Handball-Bundesliga und der 2. Handball-Bundesliga mit.
Der gebürtige Lübecker entdeckte seine Leidenschaft für den Handball beim TSV Groß Grönau, ehe er 2016 den Sprung in das Nachwuchsleistungszentrum des THW Kiel schaffte. Dort entwickelte sich der 1,96 Meter große Kreisläufer kontinuierlich weiter und galt früh als eines der vielversprechendsten Talente seines Jahrgangs. Über den TSV Altenholz sammelte er im Männerbereich erste Spielpraxis, bevor er parallel mit einem Zweitspielrecht immer häufiger für die Profimannschaft der „Zebras“ auflief.
Schon in jungen Jahren durfte Ciudad erleben, wovon viele Handballer nur träumen. Mit dem THW Kiel feierte er die Deutsche Meisterschaft, den DHB-Pokalsieg sowie den Gewinn der EHF Champions League (jedoch ohne Einsatz). Auch wenn seine Einsatzzeiten damals noch begrenzt waren, sammelte er wertvolle Erfahrungen auf höchstem Niveau und entwickelte sich im Umfeld einer der erfolgreichsten Mannschaften Europas stetig weiter. „In Kiel ist schon früh in meiner Karriere ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Plötzlich war ich mittendrin – erst im Training und später auch bei den Spielen. Mit Weltklassespielern zusammen zu trainieren, von ihnen zu lernen und schließlich selbst vor dieser beeindruckenden Kulisse in der Ostseehalle aufzulaufen, war etwas ganz Besonderes. An diese Zeit werde ich mich immer gerne erinnern“, blickt Ciudad auf seine zwei Jahre beim THW Kiel zurück.
Aber auch im Nationaltrikot machte der Kreisläufer auf sich aufmerksam. Mit der deutschen U19-Nationalmannschaft gewann er 2021 die Europameisterschaft und stand dabei gemeinsam mit Spielern wie David Späth, Justus Fischer oder Renars Uščins auf dem Feld – allesamt Akteure, die inzwischen auch im A-Nationalteam eine wichtige Rolle spielen.
Im Sommer 2022 entschied sich Ciudad bewusst für den Wechsel zurück in seine Heimatstadt zum VfL Lübeck-Schwartau, um in der 2. Handball-Bundesliga mehr Verantwortung zu übernehmen. Diese Entscheidung zahlte sich aus: In 119 Zweitligaeinsätzen erzielte er 229 Tore und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft. Mit seiner körperlichen Präsenz am Kreis, seiner Durchsetzungsfähigkeit im Angriff und seiner kompromisslosen Abwehrarbeit etablierte er sich als zuverlässiger Leistungsträger. Parallel absolvierte er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, die er vor seinem Wechsel zu den Bibern erfolgreich abschloss, so dass er seinen Fokus nun wieder komplett auf den Handball legen kann.
Wenn sich bei Leon Ciudad einmal nicht alles um Handball dreht, findet man ihn häufig am Pizzaofen. Die Leidenschaft für das Pizzabacken entdeckte der Kreisläufer erst vor wenigen Monaten – inspiriert von seinem Vater. „Mein Vater hat vor vielen Jahren angefangen, sich mit dem Thema Pizza backen zu beschäftigen. Dafür hatte er sich immer wieder Pizzaöfen gekauft, wovon ich einen jetzt meinen eigenen nennen darf. Seit Anfang des Jahres habe ich nun auch ein Faible dafür entwickelt“, erzählt Ciudad.
Von seinen kulinarischen Fähigkeiten konnte sich bereits ein Mitspieler überzeugen. Gut möglich also, dass auch beim Dessau-Roßlauer HV die komplette Mannschaft schon bald in den Genuss seiner selbstgemachten Pizzen kommt – spätestens bei seinem Kabinenfest dürfte eine Pizzaparty ganz oben auf der Wunschliste seiner Mitspieler stehen.
Sportlich möchte Leon Ciudad nun das nächste Kapitel seiner Karriere aufschlagen. Beim Dessau-Roßlauer HV will der Kreisläufer den nächsten Entwicklungsschritt gehen, wieder mehr Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit der Mannschaft neue Ziele angreifen. Mit seiner Mentalität und seiner professionellen Einstellung bringt der 24-Jährige beste Voraussetzungen mit, um sich schnell zu einer wichtigen Stütze im Team der Biber zu entwickeln.
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