
Yannick Danneberg, Mihkel Löpp und Mika Schüler (v.l.n.r.) blicken nach der deutlichen Niederlage gegen die HSG Nordhorn-Lingen etwas ratlos drein. I Foto: van Dorsten
Die Biber müssen nach der bislang höchsten Saisonniederlage weiter auf die ersten Auswärtspunkte warten. Vor 1.701 Zuschauern im Euregium unterliegen wir der HSG Nordhorn-Lingen deutlich mit 27:39 (14:17). Bereits der Start in die Partie verlief aus Sicht des DRHV nicht nach Plan. Zwar kämpfen wir uns im ersten Durchgang zwischenzeitlich bis auf ein Tor heran, was uns nach dem Seitenwechsel jedoch nicht nochmal gelingen sollte. Erfolgreichster Werfer beim DRHV waren Kapitän Marcel Nowak und Alen Hadzimuhamedovic mit jeweils sechs Treffern.
Die Gastgeber benötigten keine lange Anlaufzeit und legten direkt los. Bereits nach drei Minuten führte die HSG mit 4:1. Die Biber taten sich in der Anfangsphase schwer, Lösungen gegen die kompakte Nordhorner Defensive zu finden. Hinzu kam, dass HSG-Torhüter Kacper Ligarzewski früh auf Betriebstemperatur war und bereits nach zehn Minuten vier Würfe pariert hatte.
Als Nordhorns Tarek Marschall zum 9:4 traf, reagierte DRHV-Cheftrainer Vanja Radić mit seiner ersten Auszeit. Diese zeigte Wirkung: Die Dessau-Roßlauer fanden zunehmend besser ins Spiel und verkürzten durch Yannick Danneberg in der 14. Minute auf 7:10. Auch Janik Patzwaldt im DRHV-Tor kam nun besser in die Partie und konnte einige Würfe entschärfen.
Im Angriff lief es ebenfalls flüssiger. Marcel Nowak brachte die Biber in der 19. Minute mit seinem Treffer zum 9:10 wieder in Schlagdistanz. Näher sollten die Gäste aus der Bauhausstadt allerdings nicht mehr herankommen. Zu viele gute Möglichkeiten blieben in Folge ungenutzt, sodass Nordhorn den Vorsprung wieder ausbauen konnte. In der 23. Minute stand es 14:10 für die Gastgeber. Bis zur Pause gelang es den Dessau-Roßlauern immerhin, den Rückstand wieder etwas zu verkürzen. Yannick Danneberg traf praktisch mit der Sirene zum 17:14 Halbzeitstand.
Nordhorn zieht nach dem Seitenwechsel davon
Der Start in die zweite Halbzeit gehörte erneut den Gastgebern. In der 36. Minute stellte Tarek Marschall mit seinem Treffer zum 21:16 wieder einen Fünf-Tore-Vorsprung her. Da die Biber weiterhin nur schwer Zugriff auf die Partie bekamen, nahm Trainer Vanja Radić nach zehn gespielten Minuten im zweiten Durchgang seine nächste Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt war der Rückstand bereits auf sechs Tore angewachsen – eine schwierige Ausgangslage, um das Spiel noch einmal zu drehen.
Auch in der Folge fanden die Dessau-Roßlauer keine Mittel, um den Abstand entscheidend zu verkürzen. Selbst die zunehmenden Zeitstrafen auf Seiten der Gastgeber konnten sie nicht für sich nutzen. Während Nordhorn bereits sechs Zeitstrafen kassiert hatte, stand beim DRHV bis dahin lediglich eine zu Buche.
Für die letzten elf Spielminuten stellte Radić seine Mannschaft nach seiner letzten Auszeit noch einmal um. In der Defensive agierten die Biber nun mit einer 4:2-Formation, im Angriff kam der siebte Feldspieler zum Einsatz. Doch auch diese taktischen Veränderungen brachten nicht die erhoffte Wende. Die HSG ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und verteidigte ihren mittlerweile auf sieben Tore angewachsenen Vorsprung.
Die Biber gaben sich trotz des deutlichen Rückstands nicht auf und versuchten alles, konnten dem Spiel aber keine entscheidende Wendung mehr geben. Auch mit Beginn der Schlussphase betrug der Abstand weiterhin sieben Treffer. In den letzten Minuten zogen die Gastgeber sogar noch weiter davon. Am Ende mussten sich die Dessau-Roßlauer deutlich mit 27:39 geschlagen geben und warten damit weiterhin auf die ersten Auswärtspunkte der Saison.
Stimme zum Spiel
„Von Anfang bis zum Ende hatte man den Eindruck, dass uns das Spiel gegen Leipzig und die letzte Woche einfach zu viel Energie gekostet haben. Uns hat irgendwie die Energie und vor allem die Aggressivität gefehlt. Dadurch haben wir auch nie richtig in unser Spiel gefunden. Das zeigt sich unter anderem bei den Zeitstrafen: Wir hatten nur eine, der Gegner sechs. Das spricht dafür, dass wir in den Zweikämpfen nicht konsequent genug waren. Gleichzeitig haben wir es kaum geschafft, die Überzahlsituationen für uns zu nutzen. Es gab zwar immer wieder Phasen, in denen wir das Gefühl hatten, noch einmal herankommen zu können. Doch dann haben uns ein oder zwei Paraden der gegnerischen Torhüter den Schwung genommen. Irgendwann war klar, dass es für uns nicht mehr reichen würde. In der Schlussphase haben wir die Abwehr geöffnet, um vielleicht doch noch etwas zu retten. Das ist allerdings nach hinten losgegangen. Am Ende gewinnt Nordhorn verdient die Partie.“
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Spieldaten
HSG Nordhorn-Lingen – DRHV 06 39:27 (17:14)
DRHV 06: Philip Ambrosius, Janik Patzwaldt (10 Paraden) – Alen Hadzimuhamedovic (6/2), Marcel Nowak (6), Yannick Danneberg (5), Valentin Neagu (4), Mika Schüler (3), David Mišových (1), Carl-Phillip Haake (1), Yannick-Marcos Pust (1), Leon Ciudad Benitez, Mihkel Löpp, Simon Sirot
Schiedsrichter: Nils Blümel / Frederic Linker
Zeitstrafen: 12:2 Minuten (Marcel Nowak 2)
Siebenmeter: HSG Nordhorn-Lingen: 5/5 – DRHV 06: 2/3
Zuschauer: 1701 (Euregium, Nordhorn)






