
Herbert Wagner beim EHF-„Scientific“-Kongress im November 2025 in Zagreb. | Foto: EHF
Der Dessau-Roßlauer HV und die Biber-Akademie setzen in der Nachwuchsarbeit auf geballte Kompetenz und freuen sich, Herbert Wagner als neuen Trainer der männlichen A- und B-Jugend begrüßen zu dürfen. Der erfahrene Handballtrainer wechselt vom österreichischen Zweitligisten UHC Salzburg in die Bauhausstadt und bringt nicht nur jahrzehntelange Erfahrung an der Seitenlinie mit, sondern verbindet diese mit wissenschaftlicher Expertise auf höchstem Niveau.
Herbert Wagner war in den vergangenen Jahren eine prägende Persönlichkeit beim UHC Salzburg. Gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Daniel Röse führte er die erste Männermannschaft über mehrere Spielklassen hinweg bis in die HLA Challenge, die zweithöchste Spielklasse Österreichs. Insgesamt stand das Trainerduo rund acht Jahre in der Verantwortung und entwickelte den Verein sowohl sportlich als auch strukturell nachhaltig weiter. Anfang 2026 endete diese erfolgreiche Zusammenarbeit auf eigenen Wunsch, nachdem der UHC unter ihrer Leitung dauerhaft in der Liga etabliert worden war. Zudem war Wagner Jahre lang für die Landesauswahlen des Salzburger Handballverbandes, gleichzusetzten mit den Landesauswahlen im Handballverband Sachsen-Anhalt, tätig.
Doch Herbert Wagner ist weit mehr als nur Handballtrainer. Als Assoziierter Professor an der Universität Salzburg forscht und lehrt er im Bereich Sport- und Bewegungswissenschaft. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen unter anderem in der Leistungsdiagnostik, Trainingswissenschaft und motorischen Entwicklung. Die Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Trainingsarbeit prägt seit vielen Jahren seine Philosophie und macht ihn zu einem ausgewiesenen Experten in der Ausbildung junger Sportler. Gemeinsam mit DRHV-Cheftrainer Vanja Radić veröffentlichte er 2022 das Buch „Handball TAKT: Moderne Methoden für spielnahes Training“.
Kennengelernt hatten sich beide damals in Magdeburg. Wagners jüngster Sohn Thomas wechselte in die Nachwuchsakademie des SC Magdeburg, während der heutige DRHV-Cheftrainer Vanja Radić dort die B-Jugend betreute. Wagner selbst war im Rahmen eines Forschungsprojekts für ein halbes Jahr vor Ort, und in dieser Zeit auch der Co-Trainer von Radić in der B-Jugend. Eine ähnliche Aufgabe wird er nun auch beim DRHV übernehmen. Neben seiner Trainertätigkeit wird er erneut ein wissenschaftliches Forschungsprojekt begleiten. „Im Rahmen meines Forschungssemesters werde ich verschiedene Messsysteme mitbringen – unter anderem Kinexon, das auch in der Handball-Bundesliga eingesetzt wird. Damit möchte ich im Training und im Spiel unterschiedliche Leistungsdaten der A- und B-Jugend sowie des Zweitligateams erfassen und anschließend wissenschaftlich auswerten“, erklärt Wagner.
Als Trainer der männlichen A- und B-Jugend übernimmt er zwei Mannschaften, die eine zentrale Rolle innerhalb der Nachwuchsstruktur des DRHV einnehmen. Besonders reizvoll ist für den Österreicher dabei die Arbeit mit der B-Jugend, die vor ihrer zweiten Saison in der B-Jugendbundesliga steht. „Auch als Trainer der Herren in Salzburg war mein Fokus immer, junge Spieler an die zweite Liga heranzuführen und weiterzuentwickeln. Einige meiner ehemaligen Spieler, haben dann auch von Salzburg aus, den Sprung in die erste Liga geschafft. Jetzt in Deutschland, auf höchster Leistungsebene, die B- und A-Jugend-Spieler weiterzuentwickeln, ist für mich deshalb eine besonders interessante Herausforderung, auf die ich mich schon sehr freue“, sagt Wagner.
Im Januar übernimmt dann sein bereits feststehender Nachfolger und wird beide Teams durch die zweite Saisonhälfte führen.
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